Band 
Zweiter Band.
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Faksimile eines typographischen Zierstückes von Daniel Hopser (nach 1500).

Vierter Abschnitt.

Die Gegenreformation.

er Zeitraum von der Mitte des sechzehnten bis zur Mitte dessiebzehnten Jahrhunderts ist ohne Zweifel die trübste Epoche in derdeutschen Geschichte. Wohl bereiteten sich in ihrem Verlaufe An-zeichen des Aufkeimens freier und edler Gedanken vor, welche einstzur Herrschaft gelangen sollten; aber noch dursten sie es nicht wagenhervorzutreten und mußten sich unter allerlei Gestalten verhüllen.Denn die damals herrschenden und geltenden Elemente waren derTod aller, auch der ehrenwertesten Gefühle; Unterdrückung alleindie Losung, welche überall das Scepter führte. Hier erhob dieInitialbuchstabe aus Hans Hol- zerrissene katholische Kirche ihr Haupt wieder, um das VerloreneLeins Kinderalphabet; aus der unter dem Schlachtrufe der Reform zurück zu gewinnen. Dort ver-^?n'Bas"l^Orig^na"größe^ gaß die protestantische Partei in dem Gebiete, welches ihr noch blieb,

daß ihr Ursprung der Drang nach Freiheit gewesen war: der Zwangwaltete in ihr in eben dem Maße wie bei ihrer römischen Gegnerin. Und auf beiden Seitenwucherte der Aberglaube in einem Grade, gegen den jener des Mittelalters kindlich und harmloswar. Zugleich erreichte die von dem in Deutschland eingedrungenen römischen Rechte geschaffenegerichtliche Barbarei eine Stufe, welche im Gegensatze zum derben aber ehrlichen deutschenRechte, nur als die in Paragraphe gebrachte Blutgier und Hinterlist bezeichnet werden konnte.Aberglaube und Rechtsmordlust reichten sich auf dem scheußlichen Höhepunkte, den damals dieHexenprozesse erstiegen, die blutig-brandigen Hände. Im Privatleben aber wurde auf demGebiete der Tracht wie in anderen Lebensgewohnheiten das Ausschweifendste geleistet, wasersonnen werden konnte.

Nach der Mitte des sechzehnten Jahrhunderts hatte der protestantische Glaube, oder wieman damals sagte, das Evangelium nicht weniger als neun Zehntel der Deutschen zu An-hängern. Außerdem umfaßten seine Erfolge ganz Skandinavien, fast ganz Großbritannien undbedeutende Teile Frankreichs. Unter den weltlichen deutschen Fürsten von Bedeutung warennur die von Österreich und Baiern noch päpstlich gesinnt. Aber auch unter den geistlichenFürsten gab es solche, welche sich halb oder ganz der Reformation zuneigten. Und dies zwarauch in den westlichen Gebieten, nicht etwa nur in Nordostdeutschland, wo sie alle protestantischwurden, aber, obschon weltlich und zum Teil verheiratet, noch eine Zeit lang ihre geistlichenTitel fortführten. Teilweise besaßen sie nicht einmal die Priesterweihe und auch ihre Kapitel