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Zweiter Band.
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Glasmalerei. Töpferei. Bucheinband. Stickerei. Uhren.

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Anton Eisenhoidt (S. 92) für ein Pontificaleund ein Missale ausführte, als auch durch Re-lieffiguren und später mehr durch glatte Flächen-verzierung in Kalbs- und Schweinsleder. Diegepreßte Lederarbeit zu Tapeten und Überzügenhatte für Deutschland einen Hauptsitz in Köln.

Die Stickerei, früher kirchliche Kunst,wurde mehr dilettantischer Hausschmuck. Imsächsischen und böhmischen Erzgebirge begrün-dete schon vor 1560 die BergwerksbesitzerinBarbara Uttmann, geb. Elterlein aus Nürn-berg, das Spitzenklöppeln, mit dem siezeitweise neunhundert Arbeiterinnen beschäftigte.In der sonst erwerbslosen Winterzeit schafftediese Arbeit den Frauen und auch manchenMännern einen Nebenverdienst. Die sächsischenSpitzen bewahrten ihren Ruf bis zum Endedes achtzehnten Jahrhunderts. Man schenkteden Kirchen Spitzentücher und verwendete dieneue Zier zu Taufdecke, Hochzeitschleier undTotenhemd, zu Leibwäsche und Vorhängen;Pferde und Wagen sogar wurden damit ge-schmückt.

Neben den Wandspiegeln und den Staf-feleigemälden wurden nun auch die Uhren inden Zimmerschmuck einbezogen und in Gestaltvon Türmen, Säulen, Pyramiden ausgeführtund auf vielfache Weise ausgeschmückt. DieNürnberger Uhren (l. S. 493) erhielten da-mals ein Schlagwerk, bisweilen schon einenWecker, aber noch keinen Pendel; Kenntnisse,Bildung, Kunstfertigkeit und Genauigkeit derArbeit gingen bereits so weit Hand in Hand,daß Uhrwerke ersonnen und ausgeführt werdenkonnten, die außer den Stunden auch Tag,Monat und Jahr, die Kirchenfeste, den Standder Gestirne anzeigten (S. 101); Ungebildete, wiez. B. noch 1550 der damalige Großfürst vonMoskau, hielten sie für Hexenwerk und scheutensich, sie in Gebrauch zu nehmen.

Die das ganze damalige Handwerk ein-heitlich durchziehende und es in seinen Spitzenzum Kunstgewerbe erhebende Strömung, mitallen von ihr herbeigeführten Ausgestaltungen,hängt damit zusammen, daß sich die „Renais-sance", die Wiedergeburt des antiken Ge-schmacks, wie vorher im fünfzehnten Jahrhundertin der Wissenschaft und um die Wende des-selben im Gebiete der Kunst, so nun im sech-zehnten Jahrhundert im Kunstgewerbe geltendmachte. Das kirchliche Gerät, bei welchem siezuerst durchgedrungen war, wurde zum Vorbilde

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Kachelofen in einem der Fürstenzimmer des Rathauses zuAugsburg, ca. 8 Meter hoch. Von Adam Vogt aus Lands-berg am Lech verfertigt. (Nach Lehbold, bei Ortwein.)