Die Studenten des siebzehnten Jahrhunderts. Das Duell.
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Medizinischer Garten der Universität Altdorf im siebzehnten Jahrhundert.Verkleinertes Faksimile eines gleichzeitigen anonymen Kupferstiches.
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getadelt; der von ihnen gewählte Rektor konnte sich keine Energie gestatten. Überdies war dieZahl der ihrem Amte nicht gewachsenen Professoren Legion. Betrieben doch einzelne von ihnenSchankwirtschaften. Viele vernachlässigten ihre Lehrstellen, da sie Pfarrer, Richter oder Ärztedaneben waren, oder lasen auch unter Vorwänden gar nicht. Die Theologen standen durch ihredogmatische Streitsucht in übelem Ansehen. Im Diktieren und Disputieren lag die Hauptstärkedieser Herren aller Fakultäten. Natürlich fehlte es auch nicht an Professoren, die pflichtgetreuund von segensreichem Einflüsse waren. Ebenso verhielt es sich bei den Studenten; aber inder Regel waren es nur die Armen, welche ihrem Stande durch Fleiß Ehre machten.
Keine Ausschreitung aber kam an Gefährlichkeit der Unsitte des Duellierens gleich, welchesich infolge des allgemeinen Waffentragens besonders seit dem dreißigjährigen Kriege einnistete.Seitdem der Zweikampf die Bedeutung eines Gottesgerichtes verloren hatte, war er zu einerArt Schiedsgericht in wirklichen oder angeblichen Ehrenhandeln zugespitzt worden, und wurdeschließlich in vielen Fällen zu einembloß aus Übermut ausgefochtenenKampfe. Unter den Soldaten wurdenDuelle auf Degen zu Fuß, und aufPistolen zu Pferde ausgesuchten;vergeblich bedrohte Gustav Adolfdieses Beginnen mit der Todesstrafe.
Ost wurde vor Beginn des Kampfestödlicher Ausgang verlangt; dannlegte der Fechter, welcher diese For-derung stellte, einen Mantel auf denBoden, oder zeichnete mit dem Degenein Grab darauf. Bei den Studentenfand das Duell um so mehr Ein-gang, als dieselben oft genug zurAbwechselung Soldaten waren, wenn
Duellanten.
Faksimile einer Radierung von Jacques Callot (1SS4—1SSS).