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Zweiter Band.
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Befreiung von der Türkennot. Österreichs innere Zustände.

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Der geistlich erzogeneLeopold I. wünschte einSelbstherrscher zu sein; beiseinem launischen und klein-lichen Geiste war ihm dasindes nicht möglich. Seinschleppendes Regierenlahmte sogar die Groß-thaten seines genialen Feld-herrn, des Prinzen Eugenvon Savoyen, der sich bitterüber die elende Kriegs-verwaltung aussprach. Diekaiserliche Ohnmacht gegenWesten aber erhielt imFrieden von Nimwegen —„Nimm weg", sagte derVolkswitz — die schla-gendste Erläuterung: derRest der burgundischen Erb-schaft, Lothringen und so-gar das rechtsrheinischeFrciburg im Breisgaufielen an die Franzosen,endlich auch Straßburg.Was Österreich damals ge-wann, das gewann es fürsich; was es verlor, dasverlor in WahrheitDeutsch-land!

Im Inneren aberdauerte die extremste Kirch-lichkeit fort. In Wienzwar erlustigte sich der Hofan glänzenden Festen;draußen im Lande jedocherstickten unter der jesuiti-schen Methode einseitigenKirchenlebens die gesundenalten Volkssitten; nur demAberglauben wurde nochRaum gelassen, der sich inSchatzgräberei, Teufels-austreibungen und Hexen-wahn kund gab. Die Be-hörden unterstützten dieKirche und überwachtenFasten/Beichte und Messe-besuch ; auf Grundsätze kames nicht an, nur aufFormenbeobachtung. ImJahre 1619 wurde durch

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Falstmilc eines gleichzeitigen anonymen Kupferstiches.