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Zweiter Band.
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Die Jlluminaten. Hamann.

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Systems der Jesuiten auf den neuen Orden, der einen General und Provinziale haben sollte,die andere in der Herbeiziehung der Freimaurerei zur Förderung der Ordensziele. Durch ver-schiedene Grade hindurch sollten die Aufgenommenen nach und nach bis zur vollen Erkenntnisjener Zwecke geführt werden. Aber die Organisation ist niemals vollendet, auch thatsächlichnicht auf die Freimaurer ausgedehnt worden. Allerdings traten sogar Fürsten und aus-gezeichnete Gelehrte diesem Bunde bei; aber die meisten Mitglieder waren zweifelhafte Charaktere.Verrat aus der Mitte derselben und Uneinigkeit im Inneren über die Pläne des Ordenserleichterten das Ränkespiel der am Hofe mächtigen Exjesuiten, welche es bewirkten, daß derbigotte und despotische Kurfürst Karl Theodor von Pfalz-Baiern im Jahre 1784 die Jllu-minaten und mit ihnen auch die Freimaurer unterdrückte. Diese mit großer Härte durch-geführte Verfügung hatte zur Folge, daß auch außerhalb Baierns der Bund sich auflöste.Weishaupt, auf dessen Kopf ein Preis gesetzt war, entfloh und fand ein Asyl in Gotha, woer erst im Jahre 1830 starb. Sein früherer Gegner im Orden, welcher statt der Aufklärungdie Geheimbündelei zur Hauptsache hatte machen wollen, Freiherr Adolf von Knigge, predigte,nunmehr eingeschüchtert, in seinem damals beliebten Buche „Über den Umgang mit Menschen"salbungsvoll gegen alle geheimen Gesellschaften.

Das Beispiel Baierns fand in Österreich nach Josefs II. Tode Nachahmung. KaiserLeopold II., welchem der abgefallene Freimaurer und Jlluminat Alois Hoffmann nach Aus-bruch der französischen Revolution Angst vor geheimen Gesellschaften einflößte, begann dieLogen anzufeinden. Sein Sohn Franz II. (1792 —1835) ging weiter und verlangte beidem Reichstage im Jahre 1794 die Unterdrückung aller Logen im Reiche, was zur Folgehatte, daß die Freimaurer in Österreich einer gewaltsamen Auflösung durch eine freiwilligezuvorkamen. Ihre Logen sind dort noch heute nicht wieder gestattet.

Dem Streben nach dem Wunderbaren und Geheimnisvollen stand ferner sehr nahe einphantastisch erregtes Ringen nach der Lösung jener Rätsel, welche der Erkenntnis des Menschenaufgegeben sind und seinem Triebe nach der unverhüllten Wahrheit im Wege stehen. DieseLösung konnten schwärmerische Geister nur in irgend einem religiösen Glauben finden, dem siedie menschliche Vernunft unterordneten. Auf diesem Wege entstand eine rückschreitende, d. h. aufdas Wissen verzichtende Philosophie zu einer Zeit, da eben das Riesenwerk Kants sich auf-baute, und die ihre Sprossen selbst dann noch trieb, nachdem dasselbe bereits vollendet war.Diese Strömung bedeutete eine Reaktion gegen Kant und gegen die Aufklärung, aus derer hervorgegangen war, gehörte indessen einer niedrigeren Erkenntnis stufe an als das, wassie bekämpfte, und war nur ein Eintagskind. Der Patriarch dieser die Aufklärung und jedenicht der Theologie dienende Philosophie, ja sogar jede den Charakter der Wissenschaftlichkeitannehmende Theologie glühend hassenden Richtung war der „Magus im Norden", JohannGeorg Hamann (1730—1788) aus Königsberg, seines Zeichens seit 1767 Zollbeamter da-selbst, nachdem er theologische, philosophische und juristische Studien gemacht und als Erziehergewirkt hatte. Er führte ein ebenso wildes Familienleben wie Rousseau, mit dem er großeSympathie hatte; zwar schickte er seine Kinder nicht ins Findelhaus, gönnte ihnen aber aucheinen ehrlichen Namen nicht. Die lutherische Konfession hielt er für unfehlbar und alleinselig-machend; er beurteilte alles nach ihrem Maßstabe. In kleinen Schriften, unter barockenTiteln, in einem verworrenen Stil, aus dessen Dunkelheit aber originelle Gedanken hervor-blitzten, kämpfte dieser Geistesverwandte und Freund Lavaters sein Leben lang gegen Kantund die Aufgeklärten, wie überhaupt gegen alle, die in irgend einem Punkte nicht seiner Mei-nung waren oder ihn zu kritisieren wagten. Mit Lessing und Mendelssohn bald in freund-schaftlichem Briefwechsel und bald im Streite, wurde der Königsberger „Seher" der eigentlicheLehrer Herders und hat auf Goethe, durch seine Mystik namentlich auf dessen Faust, großenEinfluß ausgeübt. Er erreichte kein höheres Alter, nicht einmal sechszig Jähre, und wurdegegen das Ende seines Lebens immer noch frömmer, fanatischer und gehässiger. Hamannbrachte den Rest seines Lebens in Düsseldorf und Münster in Westfalen zu, wo er der magneti-sierenden und frömmelnden Gesellschaft, welche die Fürstin Galitzin, geborene von Schmettau, umsich versammelte, angehörte und starb.