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-cchstcs Buch. III. Fremdherrschaft und Romantik.
hielt er, oft übertäubt durch den Lärm französischer Trommeln, seine begeisterten „Reden andie deutsche Nation", in welchen er seine gebeugten Landsleute durch Erinnerung an ihre Pflicht,an die gemeinsame Sprache und den in ihr lebenden Geist aufzurichten suchte. Um den deutschenVolksgeist zu wecken und zu Pflegen, verlangte Fichte eine Nationalerziehung, die er sich nachder Art der alten spartanischen dachte. Eine neue Bearbeitung seines Systems der Rechtslehresetzte (1813) an die Stelle der Zwangsarbeit Aller die Heranbildung Aller zur Freiheit, undan Stelle der Gewaltherrschaft die Forderung, daß der Beste herrschen und der Herrscher derBeste sein solle, d. h. derjenige, welcher das ewige Gesetz der Freiheit in Anwendung auf seine
Zeit und sein Volkam richtigsten ver-stehe. Wählen soll-ten ihn die Lehrer,welche allein „vonGottes Gnaden"seien. — Fichte er-lebte die Befreiung nichtvöllig und die Enttäu-schung gar nicht; er starbals Rektor der neuen Uni-versität Berlin im Jahre1814 an den Folgen deraufopfernden Verpflegungverwundeter Krieger durchseine Frau, eine Schwei-zerin, welche das Lazarett-fieber auf ihn übertragenhatte.
Noch vor Fichte aberwar in der Prosaischenvolkstümlichen Litteraturvon Ernst Moritz Arndt(1769 —1860) in seinem1806 erschienenen„GeistderZeit" ohneScheu vor den Frem-den glühender Haßgegen die Unter-drückung gepredigtworden. Es war1852), der gefeierteEr eröffnete seine
Aufhebmrg der Erbunterthänigkeit.
Erzrelicf von Hagen am Tenknial des Freiherrn von: Stein zu. Berlin.
nur das in die That umgesetzte Wort, als Friedrich Ludwig Iahn (1778Turnvater, die körperliche Übung aus der Schule ins Leben hinausführte.
Turnanstalt im Jähre 1811 in der Berliner Hasenhaide, und wirkte auf diesem Felde wieauch als Schriftsteller bedeutsam für die Stärkung des deutschen Sinnes. Indes that derwohlmeinende Kraftmann durch die rauhen Formen seines polternden, einseitig deutschtümelndenWesens seinem Werke schweren Eintrag, — sehr im Gegensatze zu dem milden, freundlichen undtief gebildeten Arndt.
Ein Anzeichen des wieder erwachenden, ja eigentlich erst jetzt im wahren Sinn sich ent-wickelnden deutschen Geistes war auch die während der Fremdherrschaft beginnende wissenschaft-liche Beschäftigung mit der deutschen Sprache und Litteratur. Johann Gustav Büschingund Friedrich Heinrich von der Hagen eröffneten dieselbe, indem sie in ihrem 1812 er-schienenen „litterarischen Grundriß zur Geschichte der deutschen Poesie" die mittelalterlicheDichtung unseres Volkes zum erstenmale systematisch ordneten.