Gruppe aus dem Relieffries von Geyer in der National-Galerie zu Berlin.Königin Luise. Friedrich Wilhelm III. Schleiermacher. Fichte. Hegel. Ganß.
Vierter Abschnitt.
Befreiungskämpfe und Restauration.
^^as Volk steht auf, der Sturm bricht los; wer legt noch die Hände feig in den Schoß?" Soerklang es im hoffnungsreichen Bölkerfrühling des Jahres 1813, nachdem der titanische„neue Cäsar" durch die Verzweiflung der Russen und die Flammen Moskaus, durch die Schreckendes russischen Winters und das Eis der Beresina seine erste Niederlage erlitten hatte. Es warallerdings ein gewagter Schritt, den ein Mann von Stahl und Eisen, General Jork, unter-nahm, als er von der Gefolgschaft des französischen Kaisers abfiel und sich den Russen in die
Arme warf. Denn diese machten kein Geheimnis daraus, daß sie nach einer Vergrößerungim Westen auf Kosten des preußischen Staates, womöglich nach dem ganzen Stromgebiete derWeichsel trachteten. Deutschland war somit in Gefahr, im Osten an Besitz zu verlieren, ehe
es sicher war, daß dies im Westen nicht mehr der Fall sein werde. Aber es war ein Um-
stand eingetreten, der solche Absichten auf deutsches Land erschwerte und schließlich vereitelte.Die Vaterlandsliebe und die nationale Begeisterung der Deutschen war erwacht; sie erhob sichimmer stärker und erfüllte immer weitere Kreise; durch sie wurde Deutschland wieder zu einerMacht, mit der gerechnet werden mußte. Wäre es auf diese Tugenden allein angekommen, sohätte schon dainals Deutschland einig und frei werden müssen. Ja, das Volk war aufrichtigvon dem Gedanken der Befreiung von der Fremdherrschaft durchdrungen und brachte staunens-werte Opfer, ihn zu verwirklichen. Aber die anfängliche Unentschlossenheit der preußischenRegierung, das lange Zögern Österreichs, sich dem Bunde gegen den Unterdrücker anzuschließen,