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Zweiter Band.
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und die Zähigkeit der Rheinbundfürsten in ihrerErgebenheit gegen Napoleon, solange sie wenigstensnicht seines Unterganges völlig sicher waren, —diese Hemmnisse dehnten das Werk der Befreiungnoch über das Jahr 1813 aus. Es war ein denk-würdiger Augenblick, als am 17. März FriedrichWilhelm III. von Breslau aus sich an seinVolk wandte. Schillers „Wallenstein" wurde inden Heerlagern, „Wilhelm Tell" in den begeistertenBürgerkreisen wieder lebendig; Kleists „Hermanns-schlacht" äußerte ihre elektrisierende Wirkung überdes Dichters Grab hinaus. Theodor Körner, derSohn von Schillers Freund, und selbst des großenDichters Schüler im Lied und Schauspiel, einKämpfer und der Sänger von Lützows wilder Frei-schar, verherrlichte den Kampf und fiel in ihm, erstzweiundzwanzig Jahre zählend, ein reichgeschmücktesOpfer. Im Geiste der großen Bewegung, mittenin ihr stehend, sangen der schwermütige Max vonSchenkendorf und der männlichkräftige ErnstMoritz Arndt — „Was ist des Deutschen Vater-land?" —, Ernst Schulze und August Stäge-mann. Friedrich Rückert erhob seine Stimme inden geharnischten Sonetten. In Volksschriftenarbeiteten an dem Zerbrechen der so lange ge-tragenen Ketten Arndt und Iahn, der durch ge-waltige Turnfahrten seine Schüler zu kräftigensuchte. Die Landwehr und der Landsturm, diefreiwilligen Jäger und das eiserne Kreuz entstanden.Die Männer strömten herbei aus den Schulen undden Universitäten, aus den Schreibstuben und denWerkstätten, vom Felde und von den Arbeits-plätzen, die Waffen zu ergreifen. Selbst einzelneMädchen dienten unerkannt. Die Frauen wett-eiferten, ihren Schmuck in Gold und Silber, manchesogar ihre prächtigen Locken, auf den Altar desVaterlandes zu legen. Die Presse erhielt Frei-heit, — solange der Kampf dauerte, — es regnete,während die Fremden noch in unseren Grenzenwaren, Spottbilder und Schmähschriften auf denLandesverderber und seine elenden Knechte undSchmeichler.

Endlich machte die entscheidende Völkerschlachtbei Leipzig dem Rheinbund ein Ende; die fran-zösischen Einrichtungen wurden aufgelöst, die Ein-dringlinge überall vertrieben.

Was aber trat an ihre Stelle? Der Geistder Freiheit und Vaterlandsliebe mußte sein Hauptverhüllen! Umsonst waren des großen SteinAnstrengungen gewesen, ein einiges und starkesDeutschland zu schaffen. Die westdeutschen Fürsten,sowohl die von den Franzosen vertriebenen, als

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