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die Axiome, die man im Augenblicke der Revolution gel-tend machte und ausrief. Wenn die Erziehung einen soeminenten Geist, wie Chateaubriand, in so hohem Grade irreleitete, welche Wirkung hatte sie da nicht auf die große Masseder gemeinen Seelen hervorbringen müssen!

Nicht weniger bezeichnend ist das Folgende. Für denjungen Chateaubriand ist alles nicht Heidnische barbarisch, dieKirche ist die Feindin der Wissenschaft, und dem Wiederauf-leben des Paganismus verdankt Europa seine Gesittung undBildung — ein weiteres Vorurtheil der Collegerziehung,über welche der beredte Schriftsteller späterhin auf so beredteWeise den Stab brach.

„Im Mittelalter," sagt er, „verbreitete sich eine barba-rische Philosophie über das Abendland, während gleich-zeitig diejenigen von Haß gegen die Wissenschaft be-herrscht wurden, die sie hätten beschützen können. Damalserließen die Kaiser Gesetze, um die Mathematiker und dieZauberer zu verbannen, die Päpste steckten die Biblio-theken Roms in Brand. Inzwischen gerieth Konstanti-nopel unter das türkische Joch und der Rest der griechischenPhilosophen ward landesflüchtig und fand eine Zufluchtsstättein Italien. Die Wissenschaften begannen aller-wärts wieder aufzuleben. Man fing an, die Phi-losophien Griechenlands wieder in's Leben zurufen. Von da sind der Epikuräer Gassendi, der ZweiflerDescartes, der Atheist Spinoza, der Skeptiker Bayle,Locke und sein „Versuch", eines der herrlichsten Denkmale desMenschengeistes, hervorgegangen." ')

Es folgt nun eine Dithyrambe zur Verherrlichung dergriechischen Philosophen, der ruhmwürdigen Erzieher des mo-dernen Europa, ihrer gesellschaftlichen Institutionen und ihrerbedeutendsten Ausleger. Chateaubriand geräth vor ihnen ganz

1) S. 522.