61
Recht, zu strafen, oder was ihr das Heidenthum gewährte,das Recht, zu opfern. Aus allen Gegenden Frankreichs führteder Leichenwagen dem Scharfrichter Prinzen und Tribunen,
- Edelleute und Philosophen, Priester und Diener, Greise undJünglinge zu, und zwar nur allein wegen des von Robespierreverkündeten und durch eine öffentliche Hure dargestellten Hirn»
j gespinnstes der klassischen Religion.
> „Von diesem Tage an litt die ganze Gesellschaft ohne^ Linderung nicht allein unter dem Drucke der befohlenen Reli-^ gion, sondern auch unter dem der Politik, was Alles Ausflüsse
- des heidnischen Lebens sind. Die Nachahmung des Götzen-. dienstes, ging sie nicht bis zur Wiederherstellung der alten
Götter und ihrer Feste? Ist das Heidenthum nicht aufunsere Altäre erhoben worden? War das Alterthum nichtdurch diese prunkenden Gestelle, diese kothigen Theorien paradirtworden, worüber der Schüsselrutscher (cul-äsffatts) Couthonin seiner Eigenschaft als Oberpriester die Aufsicht führte? EinDutzend Themistocles und Brutus, welche Romin den Koth des Mamertinischen Gefängnissesgeworfen hätte, legte solche Albernheiten einerganzen Nation aus. Doch man muß einsehen, daß die«ses alles Logik, und daß dieses lächerliche Hei-denthum nur das Geschöpf des klassischen Paga-nismus war."')
Hier möge es uns gestattet sein, einen Zeugen anzu-führen, welcher, bevor diese großartige, schreckliche Bewegungam Ende des vorigen Jahrhunderts ausbrach, ein eifrigerVerehrer derselben war und in Verbindung mit den hervor-ragendsten Personen die revolutionäre Idee zu verwirklichenstrebte: es ist der Minister des Directoriums, Franz vonNeuschateau. In einer öffentlichen Rede, in welcher er dieJugend auf dem Wege ihrer Väter zu gehen ermähnte, er-klärte er laut, deutlich und ohne Umschweife, daß die Revo-lution keinen anderen Zweck gehabt, als Frankreich nach dem
1) B. IV. gegen Ende.