sich nur vier Republikaner, die den Muth hatten, stehen zubleiben." ')
Das Lärmen und Schreien nimmt noch mehr zu, als^ Abbe Sieyds bei der Berathung des Preßgesetzcs einigel ehrfurchtsvolle Worte gegen die königliche Würde verlauten^ läßt. Sofort wird ihm von den Römern Mangel an Bürger-sinn zum Vorwürfe gemacht. „Als ich Abbs Sieyds zumersten Male sah," sagte der Decan der Cordeliers, „war ichfür diesen Kopf sehr eingenommen. Ich glaubte a» ihm jeneGesichtszüge und Blässe zu bemerken, die auch den Cäsaran Cassius und Cimber erschreckte; ich war ganz erfreutüber diese Gesichtszüge eines Verschworenen und hielt ihnfür einen Römer. Jetzt freilich sehe ich, daß er nur einCanonicus von Chartres ist. Welch ein Unterschied in denJahrhunderten und in den Menschen! Wärest du in Rom ge-boren, mein werther Doctor, und hättest mit Ehrerbie-s tung von den Königen geredet, so wärest du wenig-stens auf den Tafeln des Censors notirt worden, hättest füreinen des Namens Mensch unwürdigen Bürger, fürl einen Menschen zweiter untergeordneter und knechti-scher Art gegolten; man würde dich als das ansehen, fürwas die Pflanzer die Neger ansehen.
„Da die Zeiten sich geändert haben, Herr Abbs, so kannich es nicht hindern, daß Sie von dem Könige mit Ehrfurchtreden; allein ich will zu Ihnen wenigstens, wie Cicero zuAntonius, sprechen: Allein darf man sich schon demü-thigen, sich niederwerfen, die Knie Cäsars um-fassen, doch haben wir Dir nicht den Auftragertheilt, unsmitDirzuseinenFüßenzu werfen."l Dies ist jedoch noch Gold im Vergleiche zu folgender^ groben Beleidigung: „In seiner Adresse hat Saint-Priesti zweimal die Unverschämtheit, uns die Unterthanen
1) 6smiIIe vssmouliiis, Uevol. p. 428, 523, 552.
2) Revol. p. 132.