tungen. Nur Sokrates bietet umsonst alle seine Kräfte auf,um den unschuldig Unterdrückten zu retten.
„Die Anwendung springt in die Augen. »O meine ver-blendeten Mitbürger/ ruft Danton aus, »wollt Ihr die er-schreckende Wahrheit nicht begreifen: Es ist ebenso leicht,Eueren Namen aus dem Verzeichnisse der Bürgerzu streichen, als den meinigen?«"
In der Voraussicht, daß sich das Königthum nicht ohneKampf werde vernichten lassen, ergreift die Revolution ihreMaßregeln. Tagtäglich treiben die Römer, Herren der Tri-bune und der Presse, zum Widerstände, zur Auflehnung undnöthigenfalls zum Abfalle.
Goupil de Pro sein ruft auf der Rednerbühne aus:„Catilina steht an den Thoren Roms, Catilinadroht, die Senatoren zu erwürgen, und man erhebtnoch die nichtswürdige und frivole Frage: Sollen wir berath-schlagen ?" 2)
Ein berühmter Schriftgelehrter schreibt dem DemagogenDesmoulins: „Muth, lieber Vertheidiger der Freiheit; wennselbst dieSchlacht beiAllia verloren gehen würde,wenn selbst die Gallier nach Rom kommen, so wer-den wir Euch noch nicht verlassen. Wie jene ehrwürdigenSenatoren, welche die Barbaren auf ihren kurulischen Stühlenerwarteten, würden auch wir dem Tode trotzen und aufunserem Posten sterben. Allein dem Himmel sei Dank, dieRömer sind nicht besiegt worden. Obgleich manVersailles in diesem Augenblicke wieder aufbaut und unserCato, Herr Camus, es duldet, so hat man doch den Des-potismus noch nicht wieder hergestellt. Sie lebt noch in unsererMitte, die allmächtige Nationalversammlung, sie athmet nochzum Schrecken nicht blos der Despoten Frankreichs, sondernganz Europa's."
1) Osmille Dssmouliiig, Nävol. 115-
2) Monit. v. 30. Aug. 1790. — 3) kevol. 145.