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Zwölftes Kapitel.

Brutus und Ludwig XVI.

(Fortsetzung.)

Die Römer, insbesondere Brutus, in dem Processe Ludwigs XVI.beständig angerufen — Brutus der Reihe nach den Tod, die Ver-bannung oder die Verhaftung des Königs verlangend — Brutusbeschließend, daß der König vor Gericht gestellt, daß er von demConvente gerichtet und zwar ohne Appellation gerichtet werde.

Die Abschaffung des Königthums war nur ein Schrittzum Königsmorde. Dieses neue Attentat ist noch deutlicherals das vorhergehende das Werk der alten Demagogen und'namentlich des Brutus. Kaum ist das Königthum abgeschafft,so beruft man sich auch schon auf die großen Männer desschonen Alterthums, um zu beweisen, daß das Mordbeil dasHaupt des unglücklichen Ludwig XVI. treffen müsse. DasWort König verschwindet ganz aus der Sprache und anseine Stelle tritt, wie bei den klassischen Autoren, der NameTyrann. Jetzt werden in den Reden und Tagesblätternalle den Tyrannen von den altgriechischen und römischenSchriftstellern aufgebürdeten Gräuel wiederholt und aus dasHaupt der Könige, und insbesondere auf das des KönigsLudwig XVI. gewälzt.

Kamille Desmoulins, dieser ächte Philosoph der Zeit,erfaßt die Aufgabe in Bausch und Bogen, und entledigt sichihrer folgenderweise: „Da habt Ihr," sagt er, „nach Tacitusdas Bild von den Königen. Für sie ist Alles Verbrechen; esist ein Verbrechen des Drusus, die Wahrsager gefragt zuhaben, ob er einstmals große Reichthümer besitzen werde; einVerbrechen des Journalisten Cremutius, daß er Brutus undCassius die Letzten der Römer genannt, ein Verbrechen desTorquatus Silanus, daß er Aufwand treibt. Es ist 'ein Ver-