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brechen, in die Garderobe gegangen zu sein, ohne seine Taschenausgeleert zu haben, und wenn man in seiner Weste eine könig-liche Münze bei sich führte, so wurde dies als ein Mangel anAchtung gegen das geheiligte Antlitz der Tyrannen gedeutet.I, Verbrechen war es, den göttlichen Genius des Caligula nicht^ anzurufen, und der Mutter des Consuls Fulvius Geminuswird es zum Verbrechen angerechnet, den betrübenden Todihres Sohnes beweint zu haben.

„Alles ist den Tyrannen verdächtig. Besitzt man dieGunst des Volkes, so ist man ein Nebenbuhler des Fürsten,also verdächtig.

„Ist man reich, so kann man das Volk mit seinem Reich-thum bestechen, also verdächtig.

„Ist man arm? O es gibt keine unternehmenderen Men-schen, als diejenigen, welche Nichts haben. Also verdächtig.

„Ist man tugendhaft und streng, so ist man ein neuerBrutus, also verdächtig.

„Ist man Redner, Philosoph. Dichter? Verdächtig.

„Unter den Tyrannen ist es schlechterdings unmöglich,eine Eigenschaft zu besitzen, wenn man deßhalb ein Werkzeugder Tyrannei wird, die Eifersucht der Despoten zu erregen,und sich einem gewissen Verderben auszusetzen. Wäre einLöwe Kaiser gewesen und hätte einen Hof und eine Präto-rianerwache aus Tigern und Panthern gehabt, so hätten sienicht so viele Personen zerrissen, als die Angeber, die Freige-lassenen, Giftmischer und Meuchelmörder der Cäsaren. Denn- die durch den Hunger hervorgerufene Grausamkeit hört auchmit dem Hunger wieder auf, während die durch die Furcht,die Habgier und den Argwohn der Tyrannen erweckte durchauskeine Grenzen kennt.

„Die Royalisten sollen mir nicht sagen, aus dieser Beschrei-bung lasse sich Nichts folgern; die Regierung Ludwigs XVI.gleiche nicht jener der Cäsaren. Gleicht sie ihr nicht, so kommtdies daher, weil bei uns die Tyrannei seit Langem im Schooßeder Lustbarkeiten eingeschlummert und im Vertrauen auf die