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vorzugsweise republikanische Länder, die Geburts«statten des Königsmordes.

Die aufgezeichnete Geschichte Griechenlands beginnt mitder Vertreibung und Ermordung seiner Könige. Alle werden vonden Häuptlingen oder den Senaten des alten Hellas vertriebenoder hingeschlachtet. Rom tritt mit einem noch deutlicher aus-gesprochenen Hasse gegen die Monarchie auf. Welche traurigenBerichte haben uns nicht seine Geschichtschreiber von dem Kö-nigthums hinterlassen.' Welches schreckliche Gemälde entwerfensie nicht von der Herrschaft des Tarquinius!

„Welch edles Schauspiel wird aber dafür nicht der Weltvon diesem Roms würdigen Brutus und diesem des Brutuswürdigen Senate geboten! Wie läßt die Geschichte alle edlenSaiten des menschlichen Herzens vibriren bei dem Grabe deserlöschenden Despotismus und der Wiege der jungen Freiheit!Welch einen Berg von Ruhm, Macht und Unsterblichkeit häufensie nicht auf dies republikanische Haupt! Mit welch' patheti-schem Muthe beschließen nicht ein Brutus und Cato dies großeDrama der Menschheit, eröffnet von einem anderen Brutus,verherrlicht durch einen anderen Cato! Und sehet nachher,wie Rom von Augustus bis zu Augustulus immer tiefer sinkt,wie das menschliche Geschlecht verdirbt!" ')

Die schöne Seite der unserem Studium dargebotenenMedaille zeigt beständig die Republik; die häßliche Seite dasKönigthum. So findet sich auch im Alterthume überall derHaß gegen die Monarchie und der Königsmord. Romuluserschlägt Remus; Brutus erschlägt Cäsar; Macra erwürgtTiberius; Chäreas tödtet Caligula; Stephanus ermordetDomitian; Mnestheus erdolcht Aurelian. „Zweitausend Jahrelang spielt die Welt mit den Häuptern der Könige."

Kein einziger der Autoren, mit deren Werken unsereJugend genährt wird, tadelt den Königsmord; im Gegen-theile, alle preisen ihn und die besten überhäufen den Königs-

1) vii rsxieiäe, x. 3. — 2) Ebend.