Band 
[1. Band.]
Seite
215
JPEG-Download
 

215

zeug des Parlamentes, läßt Carl I. hinrichten. In diesemdurch die Liebe für seine Könige klassisch gewordenen Frank-reich sterben Heinrich III. und Heinrich IV. durch die Hand derMeuchelmörder; Ludwig XV. wird von dem tödtlichen Stahlegetroffen." *) Eine Höllenmaschine und ein Dolch bedrohenNapoleon I.; Ludwig XVin. entrinnt wie durch ein Wunderder Kugel eines Mörders; der Herzog von Berry wird er-dolcht, der Herzog von Parma erdrosselt; Ludwig Philippentgeht siebenmal und die Königin von England viermal denAnschlägen gegen ihr Leben; der König von Preußen, derKaiser von Oesterreich, die Königin von Spanien, der Kaiserder Franzosen — Alle sind mehrmals von dem Stahle derKönigsmörder bedroht.

Wann die von dem republikanischen und demokratischenGeiste des Alterthums trunkene moderne Welt die Königenicht tödtet, so verjagt sie dieselben, nach dem Beispiele Romsund Athens, unter dem Sturme einer Emeute. Amerika ver-jagt Don Pedro; Frankreich verjagt Carl X. und LudwigPhilipp; Rom verjagt den Papst. In Portugal, Spanienund Belgien sahen wir das Damoklesschwert über den gekrön-ten Häupter» schweben; das Recht erwartete seine Bestätigungvon der Gewalt; überall begegnete man Monarchen auf derFlucht, bettelnden Fürsten, wuthschnaubenden Menschen, welchedie königliche Würde mißhandeln, schmähen und in dem Kotheschleifen. Als eine Tochter des Alterthums spielt das jungeEuropa mit den Kronen und den Häuptern der Könige. Nachdem Vorbilde der heidnischen Völker zur Souveränetät gelangt,kennen die modernen Völker zum Zwecke der Abwehr wahreroder vorgeblicher Angriffe nur den Dolch der Mörder oderdie Kanone der Barrikaden.

„Es ist aus," fährt Hr. Pages weiter fort, „mit derWirklichkeit, mit den Geheimnissen und den Fictionen derMacht. Da« Eisen, die Presse, das Wort, das Jahrhundert,

1) Du lexioiäe,