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[1. Band.]
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über achtzehn Jahrhunderte weg sich in den Schooß des heid-nischen Alterthums wirft, warum sie sich da gefällt, weßhalbdie Herrlichkeiten des Paganismus auch ihre Herrlichkeiten, seinegroßen Männer auch die ihrigen, seine Tugenden auch ihreTugenden sind, warum sie die einen in allen Tonleitern be-singt und mit hartnäckiger Treue die andern nachzuahmensich bemüht. In der That, religiöse und sociale Ordnung,Sprache, Grundsätze, Alles, was die Revolution nur wünschenkann, findet sie in dem klassischen Alterthume und findet esnur dort.

Und, fügen wir bei, sie findet es da in Umständen, dieganz geeignet sind, ihrem Ehrgeize zu schmeicheln. Die Ge-sittung Rom's und Athen's ist für sie mehr als eine bloßeUrsache des Stolzes, sie ist in ihren Händen eine Waffe gegendas Christenthum. Für die Institutionen, Tugenden, Künsteund Civilisation der Alten, mit welchen sie eine lügnerischeErziehung geblendet hat, von Bewunderung erfaßt, führt dieRevolution etwa folgende Sprache: „Aus dem Schooße desPolytheismus ist die beachtenswertheste Civilisation hervorge-gangen. Wenn eine als falsch bezeichnete Religion eine soschöne Praxis, ein Ensemble, welches selbst nach zweitausendJahren von den Christen bewundert wird, hervorbringt, wasist alsdann eine Religion? Sie mag falsch oder wahr sein,von ihr leitet sich die Gesellschaft nicht ab, wohl aber kommtalles Gute, alle Civilisation, alle Ordnung schließlich vomMenschen her; alles Uebrige wohnt in den Wolken. Das herr-liche Alterthum, wo der Mensch allein Herr war,wieder neu zu beleben, dies ist meine Pflicht, mein Ruhm,wird der Zweck aller meiner Bemühungen sein." ')

Um aber seine Apotheose zu vollbringen, hatte der antikeMensch Zweierlei gethan: vom Fürsten des Bösen verführt,hatte er die auf dem göttlichen Willen beruhende religiöse und

1) Dies ist buchstäblich der geheimste Gedanke der Revolution, dem Franzvon Neufchateau Ausdruck gab, wie wir gesehen haben.