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Am Sonntage den 10. November rufen die in sämmt-lichen Straßen von Paris wirbelnden Trommeln das Volk zudem Feste der neuen Gottheit. Bald darauf versperrt eineungeheuere Menge die Zugänge zur Notre-Dame-Kirche; derlärmende Zug aus dem Rathhause geht voran. Ueber allenmodernen Heiden erscheint, den Procurator der Gemeinde Paris,Chaumette, an der Spitze, die Göttin, eine Operntänzerin,Fräulein Maillard. Sie sitzt auf einem vergoldeten, mitEichenguirlanden umwundenen, von vier rothgekleideten Sanscu-lotten getragenen Lehnstuhle. Eine rothe Mütze auf dem Haupte,die Haare auf die Schulter herabwallend, eine weiße zurHälfte von einem himmelblauen Mantel bedeckte Tunica machenihr Costüm aus. In der rechten Hand hält sie eine Pike mit; ebenholzenem Schafte, in der linken einen Eichenzweig, mitihren Füßen tritt sie auf ein Crucifix.
Vor der Göttin geht eine Gruppe von jungen weißgeklei-deten Bürgerinnen, mit dreifarbigen Bändern umgürtetund das Haupt mit Blumen umwunden. Hierauf kommen dieHauptpersonen des Festes und die mit rothen Mützen bedecktenDeputirten jeder Section. Der Zug tritt langsamen Schrittes
Geschichte seit dem berüchtigten 10. August. Ich will nur für diePrincipien des reinsten Republtkanismns kämpfen; hierinbestehen meine dritten Verbrechen." Monit. vom 25. Mai 1793.
1) „Bei den Festen der Vernunft," sagt ein Augenzeuge, La Harpe,„ward die Göttin der Vernunft von einer Straßenhure, die manfür ihre Rolle bezahlt hatte und mit einem Crucifix zu ihren Füßenauf einen Wagen setzte, repräsentirt.
„Bei den Festen der Vernunft bestieg ein Schauspieler die Kanzelin Saint-Roch und leugnete, indem er Gott vor seinen Altärenbeschimpfte und tausend rasende Verwünschungen ausspie, dessenDasein. Bei den Festen der Vernunft ward Marat's Büste auf denAltar gestellt und zwang man die des Fanatismus, L. h. des Glau-bens an Gott Verdächtigen, vor Marat das Knie zu beugen."Du tanatisme äans la laiigue revol. x. 51.