souveränen Vernunft, wie er es später war, da er die Initia-tive Robespierre's sanctionirte.')
Trotz der Zwistigkeiten, denen sie zum Opfer werden, be-steht unter den revolutionären Schriftgelehrten das unauflös-liche Band der Denkfreiheit. Dieses Dogma aber, das einzige,so sie anerkennen, versetzt sie dem Wesen und der Form nachin den vollsten Paganismus zurück. So entstanden bei denRömern die Götter durch Senatsbeschlüsse auf den An-trag irgend eines Mitgliedes; so läßt auch Robespierre, dieRömer nachahmend und sich auf sie als Autorität berufend,von dem Senate Frankreichs das höchste Wesen decre-tiren und erwirkt ihm Bürgerrecht. Es gibt nichts Belehren-deres als seine Rede; der Paganismus des Collegs fließt darinin vollen Strömen.
Nachdem er von Eato's Tugend, welche das ganzeMenschengeschlecht hochachtet, von derjenigen des Bru-tus, welche die Nachwelt nur in der alten Geschichteaufsucht, von Sparta, welches wie ein Lichtschein ineiner ewigen Nacht glänzt; von der Barbarei undtiefen Versunkenheit, die seitdem über die Welt
1) Das Fest des höchsten Wesens war nur eine Angelegenheit politischerBerechnung. Am 13. April 1794 hatte Nobespierre die Faction derHebertisten gesprengt und Hebert, Chaumette nebst ihren wahrenoder falschen Mitschuldigen aus's Schaffet geschickt. Um sich in denAugen der öffentlichen Meinung zu rechtfertigen, ließ er sie desAtheismus anklagen und gab sich selbst für einen Wiederherstelle!der Gottheit aus. Sein Organ, Anton Quintin Fouguier-Tinville,klagte Chaumette und Konsorten an, er habe jede Art von Moralvernichten wollen. „In jenen Orgien," sagte er, „in jenen Mahl-zeiten zu hundert Thalern per Kopf, die bis spät in die Nacht an-daueren, wurden jene freiheitsmörderischen Pläne verabredet. Chau-mette war von Pitt, der seinem Vater 30,000 Pfund schickte,bestochen." Monit. ebendas. — Chaumette war erst 31 Jahre alt.
2) Interessant wäre es, z» erfahren, wo Nobespierre diese ausschließ-liche Bewunderung für Macedonien geschöpft hatte.