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trägt unter seiner Kleidung eine symbolische Figur seinesGlaubensbekenntnisses. Den Verrichtungen des gewöhnlichenLebens, sowohl des öffentlichen, als des privaten, müssen einigereligiöse Ceremonien vorangehen oder folgen. Es gibt einentäglichen und häuslichen Cultus, dessen Anordner das Hauptder Familie ist. Es gibt auch einen öffentlichen Cultus, der imTempel abgehalten wird. In diesem Tempel brennt, wie imTempel der Vesta, ein ewiges Feuer. In diesen Tempelkann man nur nach vorangegangener Reinigung eintreten.Wächter, welche an die Vestalinnen erinnern, sind mit derUnterhaltung dieses Feuers, dessen Erlöschen ein Unglück wäre,beauftragt.

In den Versammlungen singt man Hymnen und Lieder,welche die Anwesende» tugendhafter machen, und siein ihrer Anhänglichkeit an die Republik stärkensollen. Die Priester opfern den Göttern, dem Ewigen,Reis- und Kornähren, Granatäpfel, Feigen, Datteln, Salzund Oel; an die unteren Gottheiten, wie Luft, Feuer, Erdeund Wasser, richten sie ihre Gebete und bringen ihnen Trank-opfer dar. Zum Schlüsse der Versammlungen werden, wieeinst in Rom, heilige Tänze aufgeführt. ')

Sofort nach seiner Geburt wird das Kind dem Himmelgeweiht und im Tempel dargebracht. Der Priester taucht denFinger in ein Gefäß mit Wasser und bezeichnet die Stirne desKindes mit den beiden Buchstaben 0. T., welche bedeuten:6ito^en tlieoxliilantroxs; er legt ein wenig Honig anf dessenLippen 2 ) und spricht dabei: Sei süß wie der Honig der

1) Man sehe das Werk d'Aubermenils: »De eulte cles allorateurs,»sodann die Werke von Chemin, die überschrieben sind: Nsnuel,kituel, ^.niiee relixsieuse, iVIorales <les sa^es äe Ions les xaxsu. s. w. Die angeführten Stellen sind denselben wörtlich entnommen.

2) Einer der Stifter sagt: „Dieser Honigstreif bedeutet die Milde undersetzt das Salzkorn, das die Kinder sehr oft zum Schreien veranlaßt.Die Theophilantropen in der Stadt Sens hatten es gewagt, dem

Gaume, Revolution. II. 10