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Griechenlandsund Roms als einen Cultus der Verbrechencharakterifirt hatte. Diese herabwürdigende Bezeichnungdünkt ihm eine im höchsten Grade ungerechte. „Sieprovocirt," sagt er, „die Nachforschungen des Zweifels. Manfragt, welchem moralischen Einflüsse die großen MännerGriechenlands und Roms ihre Talente, ihre Tugenden,ihre Humanität schuldeten; man fragt sich, ob Homer undVirgil, ob Sokrates und Plato, Aristoteles, Thucydides, Mil-tiades, Aristides, Cato, Cicero, Plntarch, MarcuS Aurelius,Titus und hundert Andere im Geheimen Ungeheuer an Un-verschämtheit und Wildheit waren? Würde man wohl einesolche Vermuthung aufzustellen wagen dürfen?')
„Gewiß nicht; wie hätte» auch in einem solchen Fallediese großen Männer an Verdienst, Rechtschaffenhcit und gutenSitten sich ebenso hoch und öfters noch höher als diegroßen Männer der modernen Gesellschaft zu erheben vermocht,obgleich letztere von ihrer Wiege an unter dem Einflüssedes Monotheismus standen, und wie hätten diese ihrganzes Leben lang die schönen Werke und die edlenHandlungen aller dieser Männer des polytheisti-schen Alterthums als Vorbilder und Muster derNacheiserung ansehen können? Die Menschengattungwäre also, anstatt sich zu vervollkommnen, ausgeartet? Dasist nicht wahrscheinlich; wenn aber das Menschenwesen stetsmit denselben Fähigkeiten in demselben Grade begabt war,gilt dies nicht als Beweis gegen die so unvortheilhafteIdee, welche Herr von Chateaubriand von dem Einflüssedes Polytheismus geben wollte?"
Es ist klar: der Paganismus ist so vortrefflich, daß erdie große» Männer und die großen Tugenden hervorbringt,und das Christenthum so schlecht, daß seine Sektirer trotz der
1) Wir werden die authentische Geschichte dieser Männer geben undalsdann wird man sein Urtheil bilden können.
2) S. 41, 2.