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Monotheismus die Schaffung der Künste, die Erfinduung derSchrift, die Einführung der Literatur und der Wissemschaftenund endlich die Organisation der menschlichen Gcsellschhast be-werkstelligen, wenn nicht vorher der Polytheismus beestandenhätte?

„Wäre die Civilisation möglich gewesen?

„Und wenn auch, würde sie moralischer sein als dice unterdem Einflüsse des Polytheismus erlangte Civilisation?'" ')

Ohne die Antwort seiner Gegner abzuwarten gibit HerrLacour die seinige. Er fragt: „Gibt es eine christliche Kunst,eine mir allein vom Geiste des christlichen Monotheismms ein-gegebene Kunst?" Und antwortet kühn: „Nein. Eis gibtvom Christenthume errichtete Monumente, aber es gibit keinechristliche Kunst. Die Inspiration zu denselben verdankst mandem Studium der antiken Monumente, welche man mitt einergewissen Verächtlichkeit die heidnische Kunst nennt. Wannendlich werden wir einmal dem glücklichen Einflüssedes Polytheismus auf die Civilisation der Weltund aus das Christenthum selbst Gerechtigkeit a n -gedeihen lassen? .... Ich glaube also nicht am einechristliche Kunst. Dies Wort ist ein in der »eueren Zeit er-fundenes Mittel, als die Beraubungstheorie sich hinteir eineMasse von Gründen zu verschanzen suchte, um dem christlichenMonotheismus zuzuerkennen, was nicht ihm gehörte, und seinemvorgeblichen künstlerischen Genie vor dem Genie der heid-nischen Religionen vorwiegende Geltung zu verschaffen. Esist dies eine Behauptung der Priester, für welche sich selbstdie einsichtsvollsten und unabhängigsten Geister haben ein-nehmen lassen." 2)

Wenn das Christenthum der Gegner der Künste gewesenist, so ist es auch der Räuber der Civilisation gewesen. Unterseinem Einflüsse ist die Welt in jenes Chaos gerathen, in welchemwir sie jetzt sich abarbeiten sehen. Nicht das Christenthum

1) S. 73. - 2) S. 48, 52.