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Siebentes Kapitel.

Die Apotheose.

Die Apotheose — Buchstäblich getreu den Römern entliehenemilitärische Belohnung — Apotheose Barra's und Biala's — Be-schreibung des Festes.

Im heidnischen Alterthum hatte sich der Mensch das Recht,Götter zu schaffen, zuerkannt. Wann ein Feldherr, ein Kaiseroder auch .ein gewöhnlicher Bürger sich durch glänzende Thatenausgezeichnet hatte, so versammelte sich der römische Senatund die Patres Conscripti beriethen ernstlich über die demBewerber um die Göttlichkeit beizulegenden Titel. Fiel derEntscheid für ihn günstig aus, so ward er Gott; er bekamseine Tempel, seine Altäre, seine Priester und, war die neu-geschaffene Gottheit ein Weib, ihre Priesterinnen. Am Tageder Apotheose begaben sich die Senatoren, die Ritter unddie Matronen, von Truppenabtheilungen und Mustkchören be-gleitet, in die Wohnung des Dahingeschiedenen. Hier wurdenThränen von Amtswegen vergossen; sodann setzte sich der Zugunter dem Vorautritke des Bildes des künftigen Gottes undunter Absingung ihm zu Ehren gedichteter Hymnen in Be-wegung; junge Leute, die man hierfür besonders aussuchte,trugen die Leiche. Auf dem Marsfelde hielt man die Todten-rede; der Leichnam ward verbrannt, die Freude drückte sich inGesängen und Tänzen aus, der Gott war fertig. ')

Die Revolution ermangelte nicht, diese Institution wort-getreu nachzuahmen. Wir werden sehen, wie sie durch dasOrgan ihres Senates die Apotheosen vervielfacht und ihre»großen Männern dieselben Ehren wie Rom den seinigen erzeigt.

1) Vergl. Rostn. I'kes. antiq. kom., Buch III- Kap. 18.

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