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Hierauf fügt er noch bei: „Heutzutage ist die Freiheit derreligiösen Bekenntnisse ein Fundamentalgesetz, und die mei-sten religiösen Glaubenslehren heißen die Ehe-scheidung gut; die Möglichkeit der Ehescheidung steht alsobei uns zu Lande mit der Gewissensfreiheit ininnigem Zusammenhange."')

Portalis räsonnirt, als ob das Evangelium niemals ge-predigt worden sei. Die Orakel, die er befragt, sind die Ge-setzgeber des Alterthums. Für ihn ist die Ehescheidung nureine Polizeisache, die nach den Zeiten und den Stufen ihrerAusdehnung variirt. Für die Revolution selbst ist die Ehe-scheidung ein Schritt näher zu dem schönen Alterthum und dasMittel, schleunigst republikanische Generationen, die an dieStelle der monarchischen Generationen treten, zu erhalten.

Einmal auf diesem schlüpfrigen Abhänge angelangt, reißtsie die Logik über alle Grenzen hinaus fort: nach der Ehe-scheidung die uneheliche Geburt, späterhin der Beischlaf. Wiesie es bei der Ehescheidung gemacht, so beginnen die Schrift-gelehrten mit der Rehabilitation der unehelichen Geburt.Von 1790 an hört man sie fortwährend wiederholen: „Wenndie Nationalversammlung auch kein positives Gesetz derGleichheit der Rechte aller Menschen erlassen hätte, sowürden doch Religion und Philosophie vereint die Aechtungder Bastardgesetze verlangen, um die unsinnigen und bar-barischen Unterscheidungen, die den Menschen schon bei sei-ner Geburt seiner theuersten Rechte berauben, aus der franzö-sischen Gesetzgebung auszuwischen.... Die Irrthümer derMoral haben in der Gesellschaft eine von dem Civilgesetzeverfolgte und verkannte Menschenklasse, welcher die Intoleranzden Namen unlegitim beilegt, geschaffen, gleichsam alsob es Menschen, legitimer als die andern, gebenkönnte.

1) Ebendas.