152
vollständig heidnischen Dankfeste gehaltenen Rede der BürgerTobie u. A.: „Und Ihr, Zöglinge derKlio, grabet ausden Marmor, prägt in das Erz den Namen der wohlthätigenMenschen.... Weihet die Thaten derer, die der Republikgedient oder für sie gelitten haben, der Unsterblichkeit. Kin-der der Polyhymnia, heiliget Eure klangreichen Concertedurch die Hymnen an die Dankbarkeit.
„Das Himmelsgewölbe halle wieder von den Namen un-serer Gesetzgeber, den Schöpfern der hehren Konstitution desJahres III. Sterben wir, wenn es sein muß, für die Behauptungunserer heiligen Gesetze, in der sichern Gewißheit, von derbilligdenkenden Nachwelt ein berühmtes Denkmal neben demEngpässe der Thermopylen und einen Seufzer desnationalen Dankes zu erhalten." ')
Noch viele andere Feste wurden zu dem Zwecke, den Men-schen in seinen verschiedenen Lebensalter» oder die Natur,seine willfährige Genossin in der Gottheit, zu ehren. Es sinddies die Feste der Kinder, der Jünglinge, des Alters,des Frühlings, des Sommers, des Herbstes und desWinters, der Ahnen und das Jemapp essest. BeiGelegenheit des letzter» sagte Barrore auf der Tribüne: „Inden antiken Republiken waren die nach den Schlachtengefeierten Feste Todtenspiele. Der berühmteste Redner hieltauf dem öffentlichen Platze die Lobrede auf die für ihre heiligen
1) Rede des Bürgers Tobie am Dankfeste im Prairial des Jahres VI.Brosch. in 8". Diese ganz dem Geschmacke des Jahrhunderts ange-messene Sprache erinnert uns an folgenden über Voltaire geschrie-benen Satz:
„Die Tafeln Kalliope's waren seither vernachlässigt worden;er verstand sie zu benutzen, er entriß Campistron und Erebillvn denScepter Melpomene's; er versuchte Destouches und Dusresny dieMaske der Thalia zu entreißen, entlehnte Nollin und Bertot diePinsel der Klio, eignete sich die Lyra der Erato an und trachtete,wiewohl vergeblich, Montesquieu den Mantel der Polyhymniazu nehmen." Lepan, Leben Voltaire's. Einleitung.