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Die unteren Glieder der Republik der Wissenschaften zäh-len Ulysses, Aötius, Scipio's, Cornelius, Vale-rius, Junius Brutus, Lykosthenes, Annius, Casus,Gnaphäus, Regulus, Aemilius, Macrinus Niger,Fabius Lupus, Britannicus, Popilius und Publi-cola's Hundertweise. Dies hat die Renaissance gethan, dieRevolution vielleicht etwas Anderes?
Wenn die Demagogen von 93 ihre heidnischen Namenganz ernstlich auffaßten, so haben sie auch hierin, wie wirweiter bemerken müssen, nur die Renaissants nachgeahmt. Nie-mals hat sich ein Kind des Glaubens eifersüchtiger aus seinenTaufnamen gezeigt, als die Söhne der Renaissance auf ihrenklassischen Namen. Wir wollen in dieser Hinsicht einen Crimi-nalfall, den bekannten Proceß Mailand's, berichten.
Im 16. Jahrhundert lebte in letztgenannter Stadt einProfessor der lateinischen Literatur, Namens Antonio MariaMajoragio. Um seinen Eintritt in die Gelehrtenrepublik aufwürdige Weise zu begehen, verwandelt er seinen christlichenNamen in Marcu s Antonius Majoragius. An mehreren Uni-versitäten Italiens gehaltene ciceronianische Reden, Vorredenzu Homer, Hefiodus, Virgilius, Demosthenes und eine Apo-logie Cicero's verschaffen dem neuen Marcus Antonius Be-rühmtheit. Sein Ruhm läßt seine Nebenbuhler nicht schlafen.Sie machen vor dem Mailänder Senate einen Proceß gegenihn anhängig, weil er sich einen Namen, der ihm nicht zu-komme, angemaßt habe. Zwei von ihnen, desselben Verbrechensschuldig, Fabius Lupus und Macrinus Niger, tretenals Ankläger aus. Der Senat citirt die Sache und versammeltsich mit großem Gepränge, um endgültig über sie zu entscheiden.Die Vertheidigung Majoragio's ist noch vorhanden; da dieses selt-same Schriftstück zweiundsechzig Octavseiten umfaßt, so begnügenwir uns hier mit einem übersichtlichen Auszuge desselben.')
1) Dasselbe ist betitelt! „IVlaiei ^ntonii Naioeagii oratio pro ss insenatu iVIeäiolLnsn8i, cun> äe inutatione noininis a b'adio Uupoet iVlaerino ^i^ro tui8sst seen8atU8." I,ip8>ae 1628.