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Städte einathmen zu lassen, unsere Schulen nicht lieber mittenunter reizende Landschaften, unter grünbelaubte Dome, in denSchatten heiliger Wälder und Gehölze verlegen? In denGärten der Akademie und des Lyceums haben diePhilosophen Griechenlands ihre Schüler in derWeisheit unterrichtet. Große Baumpflanznngen, rei-zende Spaziergänge, das Gemurmel der im Schatten der Pla-tanen und Oelbäume fließenden Gewässer, der Tempel derMusen, der Ceres und der Diana, auf der Landstraße dieGräber der großen Männer, die für das Vaterland gestorbenwaren oder dasselbe durch ihre Talente und ihre Tugendenverherrlicht hatten, nahe dabei geräumige Gymnasien, wo sichdie Jugend an stärkende Leibesübungen gewöhnte: Alles, wasden Körper kräftigen und den Geist zu erleuchten vermag, warvon diesen verständigen Griechen vereinigt worden.
„Es muß uns leicht sein, dieses Beispiel nachzuahmen,wir, die wir in unseren Sitten und in unseremCharakter schon eine so große Aehnlichkeit haben!Das Gymnasium, welches für die Kinder der Freiheit amBesten paßt, ist eine mit Blumen prangende Wiese. DieGriechen hatten den Oelbanm der Minerva, die Myrthe derVenus, den Weinstock dem Bacchus, den Lorbeerbaum demApollo, die Pappel dem Herkules, die Fichte dem Neptun, dieEiche dem Jupiter geweiht. In ihrer liebenswürdigenMythologie hatten sie die Botanik zu einer Religion gemacht.Machen wir selbst die rühm- und ehrenvollsten Attribute derTugend und des Bürgersinnes zu einer solchen. Sie soll dieZierde unserer Ackerbauschulen, unserer Todtenfeste und unsererreligiösen Feste sein. Wir haben bereits den Baum derFreiheit, der Eintracht, der Brüderlichkeit. Wir wollen auchden des Sieges, des Dankes, der Freundschaft, der ehelichenTreue pflanzen!" ')
1) Bd. I. S. 451, 456.