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Mediciner hatten entweder die Besonnenheit, zu schweigen, oder^ den Muth, Wahrheiten zu offenbaren, die den Menschen, weilsie ihm die Kenntniß seiner selbst verschafften, von dem Ter-^ rorismus der Priester befreiten. Auch ist gegen sie zujeder Zeit ein sie ehrender Vorwurf erhoben worden." ')
Hiermit ist Folgendes gemeint: Der den Aerzten gemachteVorwurs des Materialismus war in den Augen der Revolutionein öffentlich in Anwesenheit von jungen Leuten, die in dieneuen Schulen eintreten sollten, gerechtfertigter Ehrentitel.
Was wird mitten in diesem Zuge nach den rohen Doctri-nen des Heidenthums in seinen schlimmsten Tagen aus den! schönen Wissenschaften, aus der antiken Literatur?Die Römer des Jahres 93, Gregoire, Daunou, Hsrault deSechelles und ihre Schule fahren fort, sie anzubeten und sieals die Mutter der Revolution zu behandeln. Die Athenien-ser, wie Condorcet und Genossen, werden ihnen untreu underlauben sich, sie zu behandeln wie der Baumeister das Gerüstbehandelt, wenn der Bau vollendet ist; die Spartaner verjagensie geradezu aus der Republik, wie jene undankbaren Kinder,die ihre Eltern, wenn sie ihr Erbtheil erhalten, auf die Straßesetzen.
In seinem revolutionären Erziehungsplan behält Con-dorret der Minderheit das Studium der antiken Literatur vor.Mit einem gesunden Sinne, den ihm Manche wohlschwerlich verzeihen werden, bestreitet er ihren Nutzenund geht sogar so weit, daß er auf ihre Gefährlichkeit auf-merksam macht. Demzufolge will er nicht mehr als zwei Jahreauf das Studium des Griechischen und Lateinischen verwendetwissen, weil es eines Republikaners unwürdig sei, das Hauptunter das Joch der Autorität, selbst unter die der Griechenund Römer zu beugen. „Wenn man künftighin," sagt er,„glauben soll, was bewiesen ist, nicht aber was die Gelehrteneines andere» Landes früherhin geglaubt haben; wenn man
1) Montt. v. 16. Nov. 1794.