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der Kindheit ein zweites Baudenkmal und nennt es Gym-nasium der Kindheit.
„Ihr gebet," sagt er, „diesem Denkmale einen männlicherenCharakter. Der Kies trete an die Stelle des Rasen, dieStrickschaukel an die der Blumengewinde. Erweitert diesesBassin; wir wollen uns nicht mehr blos baden, wir wollenschwimmen. Dieser Bau sei nicht sowohl ein Lustgarten alsein Circus; aus allen Seiten soll man die Statuen derStärke, der Behendigkeit und der Gewandtheit,ferner Milo, wie er einen Stier bewältigt, erblicken.Dies sei der neue Aufenthalt, welchen die jungen Republika-ner besuchen, dies die neue Schule, in welche sie ohne Un-terschied des Geschlechtes und der Tracht von denVatern und Müttern, den einzigen Beamten des neuen Tem-pels, geführt werden." ')
Siebenjährige Kinder, die ohne Unterschied des Geschlech-tes zusammenschwimmen — solches sah man nur in den Gym-nasien des Lykurg und in der Republik Plato's. Deßwegenaber gerade verlangt man es wieder.
„Allein womit sollt ihr das republikanische Kindervolk,wenn es nicht im Wasser ist, beschäftigen? Mit Spielen. —Und dann? — Mit Spielen. — Und dann? — Wieder mitSpielen. Ja, ich will, sie sollen unter Spielen und PossenBürger werden. Bald werden die Mütter, bald die Väter,bald Beide zugleich mitspielen. Stets aber wird die gute ge-meinsame Mutter, das Vaterland, inmitten ihrer Kinder sein.Die alten Gesetzgeber machten insgesammt die Spiele zu ihremHaupthebel, um den Menschen bis zur Höhe der Bürgertugen-den empvrzuziehen. Man glaubt sich in ein Feenlandversetzt, wenn man dieGeschichte derGriechen undRömer liest; man sieht nur Feste, Spiele, Schaustücke,
1) Von der Erziehung in den großen Republiken, S. 20.
2) Versteht sich so, wie sie in den Kollegien der Renaissance gelehrtwird!