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Mahlzeiten und man speise gemeinsam. Wenn eine kleine Fein-schmeckern, Znckersachen mitbringt, um so besser, so wird Jeder-mann davon kosten. Wenn blos Brod vorhanden ist, auch gut;so wird Jedermann lernen, Süßigkeiten zu entbehren." ')
Das gemeinsame Mahl ist spartanisch; die Arbeit soll rö-misch sein. Zum Andenken Tanaquil's und ihrer Spindelwill er, die republikanischen Jungfrauen sollen nähen und spin-nen lernen. „Ich meine nicht," sagt er, „man solle den Gar-ten der Jungfräulichkeit besuchen, nur um dort zuspeisen; ich will, man soll dort auch arbeiten. Man lernealso, die Nadel zu führen und bringe die so thörichter Weisein die Dörfer verbannte Kunkel in die Städte zurück; dieKunkel sei der Säbel der Frauen."
Zu den Arbeiten, welche eine sitzende Lebensweise erfor-dern, kommen noch die körperlichen Uebungen. Im Gartender Jungfräulichkeit befinden sich eine Reitbahn und einBassin; die jungen Mädchen lernen das Schwimmen und dasReiten. Von allen für Frauen sich eignenden Uebungen scheintmir die des Schwimmend die ersprießlichste; dagegen wirdden Jungfrauen das Reiten besonders zuträglich sein." s)
Sie werden nicht nur Amazonen und Clelia's, son-dern Penelope's, Minerva's und Musen sein. „Ichwill ihnen alle Schätze des Genies eröffnet wissen; ich will,daß sie sich als neue Musen des Helikon bemächtigen, daß siedas Reich der Künste nochmals vertheilen und es keine gebe,die nicht die Züge ihres Gatten und ihrer Kinder auf dieLeinwand zu entwerfen, ihre Thaten und Tugenden auf derLyra zu besingen versteht. Gerne würde ich es sehen, wennsie sich in der Fabrik der Gobelins selbst auf einen Teppichmalen würden. Welches Vergnügen, unter der Nadel eineJuno oder Diana hervorgehen zu sehe»! Männer, schmiedetden Blitz, allein laßt Venus die Grazien bilden."*)
1) Von der Erziehung rc., S. 182. — 2) Ebendas.
3) Ebendas. S. 197. 4) Ebendas. S- 200.