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[2. Band.]
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Töne der Freiheit gewöhnte, und noch nach Ver-lauf von sechzig Jahren auf dem Höhepunkte derfranzösischen Revolution stand."')

Die Verfasser der Geschichte des Theaters wäh-rend der Revolution fügen bei: „Wir theilen dieAnsicht derer, welche glauben, das Theater seikeines der am Wenigsten wirksamen Mittel ge-wesen, angewendet von denen, welche die Epochedieser großen Revolution beschleunigen wollten.Der Thron und der Altar, Tag für Tag auf dem Theaterals Gegenstände des Greuels und der Verachtung dargestellt,gewöhnten das Volk daran, Alles, was es lange Zeit verehrthatte, zu verhöhnen. Dasselbe das Geheimniß seiner Stärkelehren, heißt ihm den Gebrauch derselben andeuten, und dieErfahrung hat bewiesen, ob es die ihm durch die berühmtestenWerke der Schriftsteller, die das letzte Jahrhundert verherr-lichten, gebotenen Lehren und Beispiele zu benutzen verstand.

„Die Behauptung dürfte für nicht zu gewagt erscheinen,daß in Frankreich die Geschichte des Theaters schreibendie Moralgeschichte des Volkes seit zweihundert Jahrendarstellen heißt." -)

Wie die Revolution verordnet hatte, in allen GemeindenPrimärschulen für die Jugend zu errichten, so beeilte sie sich,für das reifere Alter überall die Theater zu vermehren. DasDecret vom 13. Januar 1791 ermächtigt jeden Bürger, einöffentliches Theater zu errichten und Stücke jeder Art dar-zustellen, einzig unter der Bedingung, daß er bei der Munici-palität des Ortes vor der Errichtung seines Theaters vonseinem Vorhaben Anzeige mache.

1) Werke, Bd. VII. S. 364.

2) Geschichte des französischen Theaters während derRevolution. Von Etienne und Martinville, 4. Bde. in 12.Paris, 1802, Vorrede.

3) Sammlung der Decrete der Revolution, Vorrede.