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[2. Band.]
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lichen Ton dieses Stückes. „Hier," sagt er, „tritt einevon allen möglichen Vorurtheilen, besonders auch von denender Andacht befangene Erzieherin auf. Sie wallfahrtet nachunserer lieben Frau von Liesse, ist dort Zeuge eines Wundersund thut das Gelübde, nicht zu heirathen. Nach ihrer Rück-kehr will sie ihr Herr, ihrem Gelübde entgegen, an Germanceverehelichen. Die Gestalt des Germance gefällt ihr so sehr,daß sie sich dazu versteht, ihr Gelübde zu brechen und ihrJawort zu geben. Allein bald wirst sie sich ihr Versprechen,da sie erfährt, daß dieser Germance der neue Pfarrer desOrtes ist, als einen schändlichen Gottesraub vor. Die Gewis-sensscrupel müssen indessen den trefflichen Vernunftgründen,die ihr Germance entgegenhält, und besonders den liebens-würdigen Eigenschaften, die sie an ihm entdeckt, weichen. Sieverehelicht sich und die Liebe verwandelt die fromme Seeleendlich in eine ächte Republikanerin."

Während das Theater die heiligsten Versprechungen, dieehrwürdigsten Institutionen des Christenthums dem Hasse undder Verachtung preisgibt, während es auf diese Weise denMeineid auf die Tagesordnung setzt, dem Mordbrenner dieBrandfackel und dem Zerstörer den Hammer in die Hand gibt,findet es auch das Mittel, Religion und Königthum in einengemeinsamen Fluch zu hüllen. Chsnier's Karl IX. ist dieLösung dieses Problems. Voltaire hatte beständig gesagt:„Weit entfernt, das Andenken an die Bartholomäusnacht zuverwischen, muß man sie vielmehr unablässig in der Erinnerungder Menschen zu bewahren suchen, um endlich die Herrschaftdes Fanatismus, wenn man ihn in seiner ganzen Scheuß-lichkeit hinstellt, vollends zu vernichten. Ja, der religiöseFanatismus bewaffnete Frankreichs eine Hälfte gegen dieandere; ja, er verwandelte jene gegenwärtig so sanften undso gebildeten Franzosen in Meuchelmörder... Dies müssenwir am 24. August jedes Jahres wiederholen, damit unsere

1) Moniteur vom 24. Nivöse des Jahres II.