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[2. Band.]
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sehr allgemein verbreitet gewesen sein, daß ein so häßlichesStück mit Beifall überschüttet werden konnte und lange Zeitdie Menge in das TheLtre-Fran^ais lockte."')

Harny war der Verfasser dieses Stückes, sür welches dasVolk ihm eine Bürgerkrone verlieh. Das Lob des Dich-ters nebst dem Erfolge seines Werkes wird der Nachwelt denFieberzustand, in den man sich zu damaliger Zeit versetzt fand,bezeugen. Allein auch folgende Thatsache bezeugt ihn mit nichtgeringerer Beredsamkeit. Bei einer Darstellung der errunge-nen Freiheit erblickt das Publikum Arne von Dole, Sol-dat bei den französischen Garden und einer der Sieger derBastille. Begeistert erhebt sich das Parterre und verlangt,Arns solle auf die Bühne steigen und die Bürgerkrone em-pfangen. Allein die Schauspielerin Saiuval, welche keine solchehat, nimmt die Mütze eines das Volk darstellenden Privatenund setzt sie Arne unter den lebhaftesten Beifallsrufen auf'sHaupt. -)

Nach Harny's Stück bewirkt der Geist des Gracchus,des Brutus und aller Demagogen, so lange Zeit im Collegbewundert, durch die Bücher so emsig befördert, auf dem Thea-ter einen Ausbruch, der keinen Widerstand mehr findet. Eswerden nur noch revolutionäre Stücke gegeben. ZügelloseZuschauer kommen und brüllen patriotische Lieder und jedenAbend füllen sich die Volksschulen der Revolution mit Furchtund Entsetzen; man erröthet über Nichts mehr.

Der Reihe nach findet man den Jakobiner-Vaterund den Patrioten vom 10. August, zwei Stücke, inwelchen die revolutionäre Schamlosigkeit die letzten Grenzenerreicht zu haben scheint, den Othello von Ducis, in welchemdas Grauenhafte auf die höchste Stufe getrieben ist und der

und Humanität vermag, wenn sie den Menschen vom Glauben andie ewige Vergeltung und an die Gottheit abgerissen."

- Anm. d. Uebers.

1) Gesch. d. Theaters, B. II. S. 18. - 2) Ebendas.