„Das atheniensische Volk gestattete nicht blos, spöttischund boshaft zusprechen und zuschreiben, sondern wir erkennenaus den Ueberresten seines Theaters, daß es seine hauptsäch-lichste Belustigung war, seine Heerführer, seine Minister und> Philosophen auftreten zu sehen. Man lese den Aristophanes,^ und man wird erstaunt sein über die seltsame Aehnlich-jkeit Athens mit dem demokratischen Frankreich.Dort wird man, wie in Paris, einen Vater Duchesne, die ro-then Mützen, die weiland Adeligen, die Redner, die Anträge^ und Sitzungen genau wie bei uns, man wird dort mit EinemWorte einAlterthum von dreitausendJahren, des-sen Zeitgenossen wir sind, finden.. ..
„Nur eine Ähnlichkeit fehlt. Wann seine Dichter es soin seiner Gegenwart und ihm zum Trotze bald unter der Trachteines Greises, bald unter der eines jungen Mannes, dessenNamen zu verhehlen sich der Autor nicht für bemüßigt fandund den er das Volk nannte, darstellte, verkündete dasatheniensische Volk, weit entfernt, sich zu ärgern, Aristophanesals den Sieger der Spiele und ermunterte ihn durch so vieleBravos und Ehrenkränze, auf seine Kosten Gelächter zu er-regen, daß die Geschichte bezeugt, bei dem Herannahen derBacchanalien seien die Richter über die Theaterstücke und dieCommission der Künste beschäftigter gewesen, als der ganzeSenat und der Areopag zusammen, wegen der großen Anzahlder für die Preisbewerbung eingelaufenen Stücke.
„Merkt euch, daß diese Comödien gegen die Ultrarevolu-tionäre und die Beherrscher der Tribüne jener Zeit so satyrischwaren, daß sich unter ihnen eine befindet, welche unter demArchonten Stratocles vierhundert Jahre vor Christus gespieltward, die, wenn sie übersetzt würde, die Cordeliers in Zornbringen würde; denn Hebert würde behaupten, das Stück seierst von gestern, eine höllische Erfindung Fabre d'Eglantine'sgegen ihn und den Vater Duchesne, der Uebersetzer abersei die Ursache der herrschenden Theuerung der Lebensmittel;er würde gewiß schwören, denselben bis zur Guillotine