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[2. Band.]
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zu verfolgen. Die Athenienser waren nachsichtiger undnicht weniger reich an Liedern als die Franzosen. Weit ent-fernt, den Verfasser, der von einem Ende des Stückes bis zumandern die blutigsten Pfeile gegen Perikles, Kleon, Lamarchus,Alcibiades, gegen die Comites und Präsidenten der Sectionen,sowie gegen die Sectionen in Masse schleuderte, nach Saint-Polagie und noch weniger auf den Revolutionsplatz zu senden,klatschten die Sansculotten den rauschenbsten Beifall; Niemandkam in Folge des Stückes um's Leben als etwa jene Zuschauer,die vor Lachen über sich selbst zerplatzte».

„Wende mau nicht ein, diese Freiheit der Presse und desTheaters habe einem große» Manne das Leben gekostet undSokrates den Giftbecher getrunken. Zwischen den Wolkendes Aristophanes und dem dreiundzwanzig Jahre nach derersten und mehr als fünfundzwanzig Jahre nach der letztenDarstellung erfolgten Tode des Sokrates besteht durchaus keineBeziehung. Die Dichter und die Philosophen lagen schon seitlanger Zeit mit einander in Fehde; Aristophanes brachte So-krates auf die Bühne, wie Sokrates ihn in seine Reden ein-geflochteu hatte. Das Theater rächte sich au der Schule. Aufdieselbe Weise bringen dich Saint-Just und Barrore in ihreBerichte im öffentliche» Wohlfahrtsausschuß, weil du sie indeinem Journal aufgeführt hast. Nicht die Scherze des Ari-stophaues, die Niemanden das Leben kosteten, sondern die Ver-leumdungen des Anitus und Melitus, welche behaupteten, So-krates sei die Ursache der Hungersnoth, waren die Veranlassungseines Todes; denn sie begründeten ihre Anklage damit, daßsie vorgaben, er habe in seinen Dialogen unehrerbietig vonden Göttern geredet, und deßwegen ließen Minerva und Cereskeine Butter und Eier mehr zu Markte kommen.

„Wir wollen deßhalb nicht das Verbrechen zweier Priester,zweier Heuchler und falschen Zeugen der Preßfreiheit, dieNiemanden schaden kann und in jeder Hinsichtgut ist, aufbürden.

„Wie vortrefflich ist doch die Demokratie der Sansculotten