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Neuntes Kapitel.
Die Triumvir» der Revolution — Samt-Just.
Seine Geburt — Seine klassische Erziehung — Sie entschei-det über sein Leben — Er ist, was die Heiden waren, Stolz undWollust — Gedicht Organt — Aergernisse Saint-Just's —Haß des Christenthums — Verstümmelung des Straßburger Mün-sters — Eid Scävola's — Bries an Rvbespierre — an d'Anbignh— Rede gegen Ludwig XVI. — gegen England — über die Ge-fängnisse — Agrargeseß — Mordantrag gegen Horault de Sechel-les und Simon — gegen Danton und Camille Desmoulins —Gerichtliches Begehr gegen die Verdächtigen.
Wenn nicht principiell, so doch faktisch personificirte sichdie Macht der Revolution am Tage vor dem 9. Thermidor indrei Männern: Saint-Just, Couthon und Robespierre. DieTriumvirn studiren heißt in seinem höchsten Ausdrucke die Re-volution selbst in ihrem Ursprünge, ihrem Geiste, ihren Actenund letztgültigen Bestrebungen studiren. Wir wollen mit Saint-Just, dem jüngsten der Trinmvirn, beginnen.
Anton Ludwig Leon Florelle von Saint-Just ward am25. August 1769 in Decize, einem Städtchen im Nivernais,geboren. Sein Vater, Ludwig Johann de Saint-Jnst vonRichebourg, war Ritter des Sanct Ludwigsordens. SeineMutter, Maria Anna Robinot, war aus Revers gebürtig undhatte sich dort verehelicht. Gegen 1770 ließen sich Saint-Just'sEltern mit ihrem jungen Kinde i» Blarancourt (im Departe-ment de l'Aisne) nieder. Schon im zartesten Alter ward erin das von den Oratorianern geleitete Colleg in Soissons ge-schickt. Die PP. Pruneau und Monnier waren seine Pro-fessoren in der Rhetorik und Philosophie, seine eigentlichenLehrer aber waren die heidnischen Schriftsteller. „Begierigund frühzeitig nährte er sich mit denselben. Be-