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Mit dem Stolze der Sinne ist der Stolz der Vernunftverbunden. Saint-Just will weder von der bestehenden reli-giösen noch socialen Ordnung Etwas hören. Im Jahre 1790läßt er, obschon noch nicht wahlfähig, seinen Geist der Re-volution erscheinen.
Der allgemeinen Auflösung seinen Beifall spendend, preister die Revolution noch besonders wegen der Beraubung desKlerus und der Einziehung seiner Güter zum Besten desStaates und der Gemeinden. „Jedermann," sagt er, „konntebauen und repariren, allein die Gemeinden haben ihren Ver-stand besonders im Zerstören und Einreiß en bewiesen....Die Nationalversammlung hat sich geweigert, die katholischeReligion als Staatsreligion zu erklären. Sie hat wohl darangethan. Dieses Gesetz wäre fanatisch gewesen und hätte Allesverdorben." ')
Hierbei bleibt der Schüler der Oratorianer keineswegsstehen: er wirft sich zum Reformator der Religion auf. SeineErziehung hat ihn gelehrt, die schönste Gesittung, die erhaben-sten Tugenden seien aus den olympischen Mythen entsprungen.Daraus schließt er, alle Religionen seien gleich gut, d. h.sammt und sonders eine so gleichgültig wie die andere. Wenner einer von ihnen den Vorzug gibt, so der Religion dergroßen Männer, die er im Colleg bewunderte.
Ich lass' den Türken, den Huronen einen GottSich ganz nach eigenem Bednnken schaffen,
Ich glaube wandellos und fest,
Gott ist nichts Andres als die Weisheit selbst.
Schon längst ror uns, im Cato und Emil,
Galt Ehre, Tugend, Weisheit und Vernunft,
Wenn ihnen auch der Taufe Siegel fehlte.
1l Studien über die Nevol., B. I- S. 52.