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Wie man im Jahre 1790 und im Jahre 1793 sehen kann,glaubt Saint-Just schon nicht mehr an Gott. Doch ist erkein Atheist, sondern Pantheist. Die Wahrheit ist, seiner An-sicht gemäß, nicht in der Religion, sondern in den Religionen.Er erklärt laut, Jedermann habe das Recht, sich einen Gottganz nach seinem Gutdünken zu schaffen. Auf diese Weise be-reitet er in Gemeinschaft mit seinem Freunde Robespierre dieInthronisation des höchsten Wesens in einem Konvents-Olympvor. ') Wir wollen hören, wie er uns selbst in seinen Frag-menten sagt, daß seine Religion eine Erinnerung ausdem Paganismus Griechenlands ist. Der Tempel,in welchem er sein höchstes Wesen anbetet, ist eine Nach-ahmung des Pantheon, wie der Priester, den er erfun-den hat, selbst nur eine Reminiscenz an den Opferthier-schlächter des Alterthums ist.
„Der Weihrauch," sagt er, „dampft Tag und Nacht inden öffentlichen Tempeln und soll der Reihe nach vierundzwanzigStunden lang von sechzigjährigen Greisen unterhalten werden.Der Lobgesang an den Ewigen wird alle Morgen von demVolke in den Tempeln gesungen. Das französische Volk weihtsein Vermögen und seine Kinder dem Ewigen. Die unsterb-liche Seele der für das Vaterland Gefallenen ist im Schooßedes Ewigen."
Der Haß gegen den Katholicismus folgt ihm überallhin.Eines der prächtigsten Denkmale, welches Genie und Glaubeaufgerichtet, der Straßburger Münster, vermag keine Gnadevor ihm zu finden. Am 24. November 1793 faßt er gemein-sam mit seinem Collegen Lebas folgende Verfügung: „DieRepräsentanten bei der Rheinarmee beauftragen den Gemeinde-rath, die steinernen Statuen rings um den Tempel der Ver-nunft abreißen zu lassen und auf dem Thurme des genannten
1) Studien über die Revol. rc. B. I. S. 59. — 2) X. Fragm.