Band 
[2. Band.]
Seite
129
JPEG-Download
 

129

rasenden Republikaner, in ein wahres Ungeheuer von Gott-losigkeit, Grausamkeit und Liederlichkeit, mit Einem Worte ineinen ächten Heiden verwandelt?

Couthon, der Panther des Triumvirats genannt,war aus dem Dorfe Orcet in der Anvergne gebürtig. Beidem Ausbruche der Revolution war er Advokat bei dem Ge-richte in Clermont-Ferrand. Als Abgeordneter dieser Stadtzu der legislativen Versammlung ergreift er zum ersten Maledas Wort, um das Königthum zu schmähen. Er erklärt, ders König sei nur der erste Beamte des Volkes, verwahrt sich da-gegen, demselben, wann er in die Versammlung kommt, einenschönen vergoldeten Stuhl zu bieten, als ob der desPräsidenten seiner unwürdig sei, will die Titel Sireund Majestät verbannt wissen, als ob es eine andereMajestät außer jener des Volkes gäbe.') Am29. Mai 1792 verlangt er, man solle unverzüglich die Verab-schiedung der Garde des Königs, die er eine gegen die Frei-heit verschworene Räuberschaar nennt, verfügen,l Am 21. September sagt Manuel: „Repräsentanten dess souveränen Volkes, die Misston, mit der ihr beauftragt seid,i erfordert die Macht und die Weisheit der Götter. AlsCineas in den römischen Senat trat, glaubte er, eineVersammlung von Königen zu erblicken. Hier müssen wir eineVersammlung von Philosophen, beschäftigt, das Glück der Weltvorzubereiten, erblicken." Couthon klatscht mit den Händenund vollendet die Apotheose des Volkes mit folgenden Worten:„Unsere Misston ist groß; sie ist erhaben. Ich habe nicht zubefürchten, daß man nochmals von dem Königthum reden wird.^ Solches ist nur für die Sklaven passend. Die Franzosen wür-, den der Freiheit, die sie errungen haben, unwürdig sein, wennsie daran dächten, eine durch vierzehnhundertjährigeVerbrechen bezeichnete Regierungsform beizubehalten. Wohl-an denn, beschwören wir alle die Souveränetät des Volkes,

1) Monit. v. 5. October 1791. — 2) Monit. ebendas.Gaume, Revolution. IV. 9