Band 
[2. Band.]
Seite
140
JPEG-Download
 

140

pierre's wie der der studirenden Jugend überhaupt seit derRenaissance nur zwei Quellen, Griechenland und Rom, gehabt.Die geschriebene Geschichte Griechenlands beginnt mit derVertreibung und Ermordung seiner Könige. Rom erscheintuns mit einem noch entschiedeneren Hasse gegen die Monarchie.Welche traurige Darstellung haben uns seine Geschichtschreibervon dem Königthume hinterlassen! ...

„Welches edle Schauspiel wird dagegen der Welt vonjenem Roms würdigen Brutus und dem des Brutus würdigenSenate vorgeführt! Wie häufen sich der Ruhm, die Machtund die Unsterblichkeit auf diesem republikanischen Capitale!Wie beschließen ein Brutus und ein Cato mit einem patrioti-schen Muthe dieses von einem anderen Brutus eröffnete, voneinem anderen Cato verherrlichte große Drama der Mensch-heit !" ')

Auf diese Weise ist in der Geschichte, wie sie im Collegbetrieben wird, die schöne Seite der Medaille die Republik,die gehässige Seite das Königthum. Robespierre hatte sienicht anders aufgefaßt. Sein ganzes politisches Leben bildethierfür den Beweis. Niemals zeigte Jemand eine stolzereGeringschätzung, einen tieferen Haß gegen das Königthum.Am 8. October 1789 thut Ludwig XVI. der Versammlungkund, er behalte sich die Prüfung mancher Artikel der Konsti-tution vor. „Die Antwort des Königs," ruft Robespierreaus, „ist nicht nur auf die Vernichtung der Konstitution, son-dern auch des nationalen Rechtes, eine Konstitution zu haben,berechnet.... Ist die Exekutivgewalt ermächtigt, die consti-tuirende Gewalt, von welcher sie ausgeht (clo gui IIemuns), zu tadeln? Keiner Macht der Erde kommt es zu, sichüber eine Nation zu erheben und ihre Willensmeinungen zutadeln.... Es ist auch kein anderes Mittel, die Hindernissezu umgehen, gegeben, als die Hindernisse hinwegzu-räume n." ?)

I) Pages de l'Arisge: Dom Köniasmorde. — 2) Monit. kbendas.