Band 
[2. Band.]
Seite
149
JPEG-Download
 

149

ohne Unterschied und Ausnahme werden, die Knaben vomfünften bis zum zwölften, die Mädchen bis zum eilsten Jahregemeinschaftlich auf Kosten der Republik erzogen. Alle em-pfangen unter den heiligen Gesetzen der Gleichheit dieselbenKleider, dieselbe Nahrung, denselben Unterricht, dieselbePflege." ')

In seinen Augen besteht die Vollkommenheit darin, diesengemeinsamen Unterricht bis zum achtzehnten und zwanzigstenJahre fortzusetzen; allein er wagt noch nicht, solches zu hoffen,und sagt: „Es ist ein schöner Traum, den öffentlichen Unter-richt bis zum Jugendalter auszudehnen. Wir haben ihn mit-unter mit Plato köstlich geträumt, mitunter ihn auch inden Festen Lacedämons begeistert verwirklicht gesehen;mitunter das schale Zerrbild desselben in unseren Kollegienerblickt."

„Hier," fährt der Berichterstatter fort, „erhebt sich eineüberaus wichtige Frage: Soll der öffentliche Unterricht derKinder für die Eltern obligatorisch sein oder soll den Elternnur die Möglichkeit gegeben werden, diese nationale Wohlthatzu benützen?

„Nach den Principien sollen Alle zu demselben verpflichtet

sein.

„Im öffentlichen Interesse müssen Alle zu demselben ver-pflichtet sein.

„In wenigen Jahren müssen Alle dazu verpflichtet sein."

Nichts Neues unter der Sonne der Revolution: dies istwörtlich die berüchtigte allgemeine, unentgeltlicheund obligatorische Erziehung des Jahres 1848.

Am 18. Floroal kommt Robespierre nochmals auf seinLieblingsthema zu sprechen. Indem er die Religion und dieFeste des klassischen Alterthums einweiht, will er, übrigensganz folgerichtig, die Erziehung der Jugend solle mit derneuen Ordnung der Dinge in Einklang stehen. Er sagt:

1) Monit. ebendas. — 2) Monit. ebendas.