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[2. Band.]
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der niederträchtigsten Schmeicheleien, der verwerf-lichsten Speichelleckerei, endlich der bis zur göttlichen Ver-ehrung sich steigernden Huldigungen. Virgil, Horaz, Ovid,alle Schriftgelehrten der damaligen Zeit besingen um die Wettesein Lob; der Senat verwandelt sein Geburtshaus in einenTempel und weiht diesen Tempel dieser Gottheit mit Fleischund Blnt. Es werden ihm die überschwänglichsten Bezeich-nungen beigelegt; man nennt ihn den Vater des Vaterlandes,den Göttlichen, ja einen Gott selbst. Alljährlich feiert manden Jahrestag seiner Geburt mit öffentlichen Spielen und alleStaatsbürger werfen ihm zu Ehren Geldstücke in den Schlunddes Curtius. ')

Fassen wir die Hauptzüge dieses Gemäldes noch einmalkurz zusammen, so haben wir die Herrschaft des Schreckens,die Proscriptionslisten, die Confiscationen der Güter derSchlachtopfcr, die mit der Grausamkeit gleichen Schritt hal-tende Ausschweifung, endlich die Verworfenheit des Charakters,die sich durch den stummen Gehorsam und die gemeinstenSchmeicheleien für den Despoten, der ihnen den Fuß aus dieKehle setzte, bei den Römern offenbart.

Durch welches Geheimniß finden sich alle Züge diesesschon vor zweitausend Jahren geschlossenen Triumvirats Wortfür Wort in dem Triumvirate von 1793 wieder? Die Aehn«lichkeit ist eine so große, daß in seinem Berichte über die Pa-piere Rvbespierre's das Conventmitglieb Courtois in denJahrbüchern der Geschichte keinen anderen Vergleichungspunktfür das Triumvirat Saint-Just's, Couthon's und Rvbespierre'sfindet, als indem er es mit dem des Augustus, Antonius undLepidus in Parallele stellt. Er beweist die Richtigkeit sei-ner Vergleichung durch eine Schilderung der Grausamkeit undNiederträchtigkeit, welche beide Zeitperioden kennzeichnen.

1) 8uet. in Oct. o. XO, 6, Ol.

2) Bericht über die bei Robespierre gefundenen Papiere. B. I. S. 9.