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Neue. Täglich wurden fünfzig bis sechzig Schlachtopfer ge-liefert. Gegen das Ende seiner Herrschaft beschloß das Hauptdes Triumvirats, die Zahl derselben für jeden Gerichtssaalauf täglich hundert zu erhöhen.')
Hundert Opfer täglich für das Gastmahl der Triumvirn!
Bei dieser blutigen Auswahl fielen oft monstruöse Irr-thümer vor und wiederholten sich in der Conciergerie. EinesTages verlangte man einen Bürger, der vor dem Revolutions-tribunal erscheinen sollte. Der Name war schlecht geschrieben,man konnte ihn nicht entziffern. Man glaubte den Namendes Bürgers Gonthiere, eines berühmten Künstlers, zu lesen;dieser reclamirt gegen den Irrthum, der ihn auf das Blut-gerüste bringen sollte. „Es ist einerlei," sagte der Revolutions-agent, „es fehlt mir noch Einer. Es kümmert mich wenig,wer es ist. Das wird sich beim Tribunale aufklären," undder Greis ward fortgeschleppt.
„An einem anderen Tage bringt man mehr als achtzigvon dem Comite der allgemeinen Sicherheit außer Verfolgunggesetzte und freigegebene Gefangene und es findet sich, daßdas Revolutionstribunal deren zweiundsechzig hatte hinrichtenlassen." 3)
„Am achten Thermidor verlangt man den Kanonikus Ver-mantois aus Chartres für die Guillotine. Niemand meldetsich, Niemand von uns war Kanonikus gewesen. »Ich mußeinen Kanonikus haben,« wiederholte ohne Unterlaß der BoteFouquier-Tinville'S, »ich muß einen Kanonikus haben.« Endlich
1) Gefangn iß atm an ach, S. 18.
2) Gefängniß Port Libre, S. 171. (Man vergleiche auch die er-schütternde und entsetzliche Schilderung des Pariser Gefängnißlebenswährend der Schreckenszelt, welche Graf Th. v. Scher er voreiniger Zeit „aus dem Tornister eines Soldaten der Re-volution sarmee" im Feuilleton der Zeitung „Deutschland"geliefert hat. Die Bearbeiter.)
3) Gefängniß Conciergerie, S. 48.