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dem jungen Franzosen und dem Spanier eine vierzig Pfundschwere Kettenkugel an das Bein schmieden; man bindet ihnendie Hände, schlingt um ihren Leib einen dreifachen Strick undzwingt sie zu Fuße zu gehe». Zu Paris angekommen, wirftman sie in das ungesundeste Loch der Conciergerie; dortschmachten sie vierzehn Monate lang. Dieser junge Franzose,der als Parteigänger der Girondisten eingekerkert worden war,hieß Honora Riouffe. Von dem Gesichtspunkte aus, vonwelchem aus wir die französische Revolution studiren, bietetseine Biographie ein großes Interesse.
Honors Riouffe war geboren zu Rouen am April 1764.Schon frühzeitig des Vaters und der Mutter beraubt, warder von seinem Vormund einem Landpfarrer anvertraut, derseine erste Erziehung übernahm. Seine junge Seele, mit heid-nischen Schriftstellern genährt, nahm die Eigenschaften derNahrung an, die man ihr reichte, und als Riouffe nach Pariskam, um dort seine Humanitätsstudien zu vollenden, war erschon durchdrungen von dem Reize der antiken Wissen-schaften, mit denen er sich ausschließlich befaßte. SeinVerkehr mit den großen Männern Griechenlandsund Italiens hatte ihm auch eine große Achtung für dierepublikanischen Institutionen eingeflößt. Die unüberlegte Be-wunderung ließ ihn die Partei der Girondisten ergreifen undward für ihn die Quelle der Leiden. „Es war natürlich,"sagt sein Biograph, „daß Riouffe, mit der Literatur derGriechen und Römer genährt, sich für die tollkühnenStreiche freiheitstrunkener, vermessener Männer begeisterte, diemehr talent- als einsichtsvoll der Gewalt die schwachen Rechte, de-ren Aufrechterhaltung sie beschworen hatten, entreißen wollten." *)
Athen, Rom und Sparta waren in seinen Augen die ein-zigen Lichtpunkte des Erdkreises. Für ihn wie für alle Schrift-gelehrten seiner Zeit war das christliche Europa der Typusder Sklaverei und Barbarei. Die Geschichte hat die bekannten
1) S. 7.