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Kerker fanden sich die Gefangenen so dichtgedrängt bei ein-ander und mußten eine so verdorbene Luft einathmen, daßvon sechsunddreißig Unglücklichen, die dort eingesperrtwaren, nacheinander neunundzwanzig lebloschervorgezogenwurden. Ueber diesem Kerker sah man oft Fouquier-Tinvilledurch die Eisenstäbe eines Fensters auf die im Hofe umher-irrenden Schlachtopfer Herabschauen, als wolle er von ihnendiejenigen bezeichnen, welche am andern Tage seinen Blutdurststillen sollten." ')
Vernehmen wir noch einen anderen Zeugen: „In der Cvn-ciergerie," sagt er, „habe ich Unglückliche durcheinander aufverfaultem Stroh liegen sehen, dem Ungeziefer, den Rattenund Mäusen, welche sogar die Schuhe von ihren Füßen ab-fraßen, preisgegeben, und alles dies, weil sie nicht fünfzigThaler für ein Gurtenbett und eine Matraze, die dazu nochoft nur für eine einzige Nacht dienten, bezahlen konnten.Einige dieser Armen starben vor meinen Augen als Opfereiner so barbarischen Mißhandlung. Man mußte sich wohlhüten, hierüber eine Klage laut werden zu lassen. Die Todes-strafe drohte Jedem, der es gewagt hätte, auch nur das ge-ringste Zeichen von Theilnahme zu äußern."
Die Gefangenen in der Conciergerie waren noch eineranderen Tortur ausgesetzt, von der man sich unmöglich einenBegriff wird machen können. „In jeder Nacht," fährt unserGewährsmann weiter fort, „vertheilte man gegen elf UhrAbends durch ein Luftloch die Anklageacten unter die für dieBluthochzeit des nächsten Tages bestimmten Schlachtopser.Die mit der Vertheilung beauftragten Schergen nannten dieseActen in den Ausbrüchen ihrer wilden Freude das Abend-journal. Fanden sich zufällig mehrere Angeklagte, die einenund denselben Namen führten, so gab man sich nicht die Mühe,das betreffende Individuum zu suchen. „Gut, gut," sagtensie zu dem Unglücklichen, dem sein Verhängniß ein solches
1) Ebendas. S. 132. 2) Ebend. S. 27.