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[2. Band.]
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Geschenk bescheert hatte, »nimm's nur immer; heute odermorgen, du mußt ja doch einmal daran.« Die durchdiese schrecklichen und tobenden Stimmen aus dem Schlaseaufgescheuchten Gefangenen hielten dies Papier stets für ihrTodesurtheil. Dieselben wurden täglich an sechzig bis achtzigPersonen ausgetheilt, brachten aber Schrecken und Bangen inmehr als sechshundert." ')

Zu der Verhöhnung gesellte sich der Diebstahl, die Grau-samkeit und sogar der Meuchelmord. „Die Kerkermeister ver-langten bisweilen fünfzehn Livres für die Ausstellung derTodesscheine der Schlachtopfer. Sterbende wurden ohne Er-barmen auf das Blutgerüste geschleppt. Schwangere oderkaum entbundene Frauen wurden vor das Tribunal gestellt undhingerichtet. Der Schirlingssast und sonstiges Giftwurden in reichlichem Maße an die Armen ausge«

! theilt, welche das Siegel des Todes auf der Stirne^ trugen und vor Ermattung zu Boden fielen."l Verlassen wir einstweilen die Conciergerie, welcher wirspäter noch einen Besuch machen werden, und sehen wir, wasin den anderen Gefängnissen vorgeht. Der Luxembourgumfing in Masse die Bewohner der vornehmen Straßen derUniversität, Grenelle und Saiut-Dominique.

„Um uns im Voraus ein Verständniß dessen, was unserwartete, zu geben," schreibt Einer seiner Bewohner, „ließman die beiden Sansculotten Grammont und Lapalu eintreten.. Grammont, nicht damit zufrieden, die Gefangenen von Ver-sailles gemeuchelmordet zu haben, rühmte sich noch zu unseremSchauder bei uns, daß er aus dem Schädel eines derselbengetrunken habe. Lapalu erklärte, erst siebentausend Men-schen in den Commune-Affranchie nahegelegenen Departements,wo dieser Menschenfresser die Functionen eines Angebers, Zeu«? gen, Anklägers, Richters und Geschworenen versah, umgebracht

1) Ebendas., Niouffe, Memoiren, S. 75 flg,

2) Riouffe, Memoiren, S. 39.

Gaume, Revolution. IV.

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