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[2. Band.]
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sein Schreiber, der mit dem Entwürfe der Anklageactebeauftragt war, in seinen Memoiren folgenden Vorfall:„Eines Tages trat ein Gehilfe des Scharfrichters vor das Revo-lutionstribunal. Fouquier erschien und Ersterer sprach: »Ichbin gekommen, Bürger, um dich zu fragen, wieviel Wage» dunöthig hast?« Fouquier zählte an den Fingern und sagte:»8, 10, 12, 18, 24, 30: es sind heute dreißig Kopse.« DerAndere grüßt ihn und spricht: »Das ist genug.« Ich sagezu Fouquier: »Wie? Das Verhör hat noch nicht begonnenund du weißt im Voraus die Zahl der Köpfe?« »Ei was,ich weiß, woran ich bin. Uebrigens werde ich die Gemäßigtenschon zum Schweigen zu bringen wissen.«" ')

Am 21. Mesfidor des Jahres II läßt er unter dem Vor-munde der berüchtigten Verschwörung im Luxembourg ohneUrtheil achtundvierzig Gefangene hinrichten! Hinrichtenohne Urtheil! Mitten in Paris und im Namen des Gesetzesachtundvierzig Bürger, welche das Gesetz nicht verurtheilt hat,hinwürgen! In den Septembertagen eintausend neunund-achtzig ohne Unterschied, ohne Mitleid, ohne Proceß massa-criren! Und man spricht noch von der Bartholomäusnacht!

Fouquier hatte in den verschiedenen Gefängnissen vonParis Agenten, welche den Auftrag hatten, die Proscriptions-Listen aufzustellen. Im Luxembourg war dies ein gewisserBoyenval. Dieser lief durch die Kerker und sagte: „Hier,diesen werden wir bald guillotiniren lassen; er gehört zu dernächsten Lieferung. Damit werde ich mich befassen und siesicher an Ort und Stelle bringen. Wir lassen ihrer einigezurück, wie um die Anderen zu ködern, und packen sie hieraufin einen Bündel zusammen." Fouquier, der besonders auf

1) Memoiren, S. 165.

2) Unter diesen 1089 Opfern waren zweihundert Priester. Special-Geschichte der inFrankreich stattgehabten Ereignisse,u. s. w. von Maton de la Varenne, 8°, 1806.

3) Gefängniß Luxembourg, u. s. w.