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[2. Band.]
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Achtzehntes Kapitel.

Opfer der Revolution.

Zwei Kategorien — Moralisches Porträt — GefangeneSchriftgelehrte» — Ihr Leben: Galanterie, Orgien, Studium derheidnischen Autoren, Selbstmord, heidnischer Tod — Conciergerie,Pvrt-Libre, Madelonettes, Luxembourg.

Wir haben die Henker geschildert, es erübrigt »ns nochdie Schilderung der Opfer. Das moralische Porträt derselbenbildet die nothwendige Ergänzung des Gemäldes der revo-lutivnären Zeitperiode. Frankreich theilte sich damals, wienoch heute in zwei Kategorien. Die Eine bestand aus denSchriftgelehrten der Collegien und den Männern und Weiberndes Volkes, die sie sich nach ihrem Bilde geschaffen hatten;die andere war von Männern und Frauen gebildet, welcheaus dem Becher der klassischen Erziehung nicht getrunken hattenund deßhalb dem Geiste der Revolution fremd blieben. Diesebeiden Kategorien finden sich in den Gefängnissen wieder.

Durch ihre Engelstugenden, ihre erhabene Resignation,ihre heldenmüthige Standhaftigkeit in den Leiden, durch dieRuhe, mit der sie in den Tod gingen, hat diese letztere KlasseSchlachtopfer ausgewiesen, die unter dem Schwerte der mo-dernen Heiden das den ersten Märtyrern des Christenthumsin den Amphitheatern des König-Volkes gegebene unsterblicheSchauspiel wiederholten.

Die erste Klasse erinnert an den Tod der Heiden, welchedie Triumvirn und Cäsaren ihrer Wuth zum Opfer brachten.Seneca öffnet sich die Adern, Cato erdolcht sich, während erdie Werke Plato's liesst, Demosthenes vergiftet sich, die zumTode verdammten Epikuräer verschweigen ihre letzten Lebens-tage in Orgien; Alle sterben mit der Gefühllosigkeit des