234
hatte sich vor seiner Verhaftung in die Arme einer Fraugeworfen, mit der er auf einem Landgute ein wahres Syba-ritenleben führte; aus diesem zogen ihn die Triumvirn, umihn in ihre Kerker zu werfen. Dorthin ließ er sich einenungeheueren Apparat von Utensilien jeder Art bringen, umThee, Chocolade und viele andere Leckereien, deren Entsagungdem Gaumen des Schweigers zu schwer gefallen sein würde,zu bereiten.
„Am 21. October 1793 vor das Revolutionstribunal ge-laden, sticht er sich beim Eintritte in ein Cabinet mit einemDegen. Mag nun der Degen zu schlecht beschaffen gewesensein oder der Muth ihm gefehlt haben, er ritzte sich kaum dieHaut und trug seinen Kopf auf das Schaffet.
„Gusman hatte eine der schönsten Frauen von Paris zurConcubine; dieser wird um den Preis ungeheurer Summender Eintritt in die For^e gestattet. Gusman schließt sich mitihr und andern Wüstlingen ein und veranstaltet Orgien, diebis um Mitternacht und öfters noch später dauern; in einemZustande lärmender Trunkenheit kehrt er von ihnen zurück undwird seinen Nachbarn sehr lästig. Unser Gefängniß bargschließlich auch zärtliche Liebhaber in sich und ohne Unterlaßschwärmten zärtlich besorgte Liebhaberinnen um dasselbe." ')
Dieselbe Aufführung in der Conciergerie. „In einemvon Eisenstäben umgitterten Raume ward der Verkehr mit derAußenwelt fortgesetzt. Dort verdoppelten die Liebenden ihreZärtlichkeit. Es schien ein gemeinschaftliches Uebereinkommengetroffen worden zu sein, sich dieser heuchlerischen Scham, diesehr an ihrem Orte sein mag, wenn man günstigere Augen-blicke abwarten kann, zu entäußern. Die glühendsten Küssewurden ohne Widerstreben und Bedenklichkeit gegeben und er-wiedert, u. s. w. u. s. w." 2)
„Laßt uns trinken, essen und auf jegliche Weise den
1) Memoiren des Champagneux, B. II. S- 370, 382.
2) Gefängnisse u. s. w., Conciergerie, S. 20.