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Ueberall finden wir das Beispiel und die Rechtfertigungdes Selbstmordes. Riouffe berichtet über den Tod der Giron-disten wie folgt: „Valaze hatte einen gewissen göttlichen Aus-druck in den Augen; er empfand wohl einen Vorgeschmackseines glorreichen Todes. Man merkte, daß er schon freiwar und in einem erhabene» Entschluß die Bürgschaft für seineFreiheit gefunden hatte. Am letzten Tage kam er, ehe er vorGericht geführt ward, zu mir und gab mir eine Schwere mitden Worten: »Das ist eine gefährliche Waffe, man fürchtet, wirmöchten Hand an uns selbst legen.« Die eines Sokrateswürdige Ironie, mit welcher diese Worte gesprochen wurden,machten auf mich einen schwer zu schildernde» Eindruck; alleink als ich erfuhr, dieser moderne Cato habe sich entleibt,^ war ich keineswegs erstaunt.
j „Vergniaud warf das Gift, welches er bei sich ge-' führt hatte, hinweg und wollte lieber mit seinen Kollegen^ sterben. Im Verhöre fordert man von Girey-Duprs Anf-^ schlösse über Brissot; er aber gab nur die erhabene Antwort:»Ich habe Brissot gekannt und betheuere, daß er wie Ari-stides gelebt hat.«
„Die Girondisten wurden in der Nacht des 30. Octoberl793 gegen elf Uhr zum Tode vernrtheilt. Sie meldeten uns^ ihre Verurtheilung durch patriotische Lieder, die zu gleicher^ Zeit hörbar wurden und ihre Stimmen schmolzen alle inein-ander, um die letzten Hymnen an die Freiheit zu richten." ')
Die Girondisten waren die Blüthe der revolutionärenSchriftgelehrtcn, der Ruhm der Kollegien, der Stolz ihrerLehrer, die ganze ciceronianische Beredsamkeit ihrer Zeit. „Zumersten Male," ruft Riouffe aus, „hat man die Jugend, dieSchönheit, das Genie, die Tugend en inssso umgebracht....Ihr seid wie Männer, welche die republikanische Frei-heit begründet hatten, gestorben. Ihr glänzet inmitten so
1) Denkwürdigk. S. 50, 52, 60.